Review

Eggvn beweisen mit ihrem 13 Titel umfassenden Longplayer „Solve et Coagula“, einer Mischung aus Ministry, Hocico und Wumpscut, wieso sie sowohl klassische Elemente der Szene bedienen, aber auch über die Grenzen des Genres „New Industrial Wave“ hinausgehen und selbst folkloristische Anspielungen geschickt einzubinden verstehen.

Die Songs

Das Intro „Black Mass“ lässt erahnen, was einen auch im Folgenden erwarten könnte, und stimmt mit düsteren Elektro-Sounds zwar etwas ruhiger, aber doch mit Nachdruck auf Weiteres ein.

„Fear“ donnert mit entsprechender Aggression los und lässt einem tatsächlich das Fürchten lehren, zeugt aber davon, dass die Bandmitglieder IV (Vox / Lyrics) und V (Music / Guitar) sich nicht umsonst dem Industrial verschrieben zu haben scheinen.

Spätestens bei den Folgetiteln „Starless“ und „Plague“ wird aber klar, dass das elektronische Element tatsächlich „elementar“ ist, während zudem Gitarrenriffs und einige EBM-Sounds nicht fehlen sollten, welche in dieser Präsentation quasi den Nagel auf den Kopf treffen.

Eggvn (Copyright: Eggvn)

„The Seven Words“ geht es ruhiger an und lässt Synth-Anteile erahnen, was fast schon etwas von Aesthetic Perfection hat, aber nur, um mit „Purity“ und „Walk With Me“ tatsächlich die Elemente des Wave zu betonen.

„Dead Inside Me“ und „Let The Devil Shine“ kommen mit einer Gewalt und gar Wut daher, die wahrlich nicht von einem toten Inneren sprechen kann und sehr wohl den Teufel erstrahlen lassen könnte. Das Duo haut einem förmlich die industriellen Metal-Sounds um die Ohren, was so manchen stampfend in Richtung Tanzfläche bewegen lassen dürfte und beweist damit gleichzeitig auch durchaus Humor.

Zum Ende hin scheint noch einmal ordentlich am Speedregler gedreht zu werden, denn die stampfenden Sounds im typischen Industrial Metal-Sound gehen so richtig in den Gehörgang und lassen das Tanzbein bis zum letzten Song „Mantis“ erneut einmal mehr als nur zucken.

Fazit

Eggvn galten schon länger als Geheimtipp und haben mit ihrem Auftritt bei dem diesjährigen WGT sicherlich noch einmal einige Fans hinzu verbuchen können. Zu Recht, möchte man meinen.

Eggvn, da geht noch mehr!

Preview

Tracklist

01 Black Mass
02 Fear
03 Starless
04 Plague
05 The Seven Words
06 Data File
07 Purity
08 Walk With Me
09 Dead Inside Me
10 Let The Devil Shine
11 Heresy
12 Solve et Coagula
13 Mantis

Details

EGGVN – Facebook

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 26.04.2019
Spielzeit: 52:11

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Daggy
Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.