Review

Zweite Werkrückschau zum Bandjubiläum

Seit nunmehr 20 Jahren mischen Edenbridge im Symphonic Metal ordentlich mit. Zum diesjährigen Bandjubiläum wartet die Band mit einem weiteren Best-of-Album auf.

Wie der Vorgänger von 2007 trägt auch das aktuelle Werk den Titel „The Chronicles Of Eden“ – komplettiert mit dem Zusatz „Part 2“.

Die Hörer dürfen sich auf ein Doppelalbum mit insgesamt 26 Tracks freuen; darunter auch bisher unveröffentlichte Versionen alter Titel, die 2020 neu aufgenommen und arrangiert wurden. Label Steamhammer verrät über die neue Werkrückschau darüber hinaus:

Part 2 beschäftigt sich mit den Studioalben 5-10 und so wie vor 13 Jahren waren auch hier wieder die Fans aufgerufen, für ihre Lieblingssongs der jeweiligen Alben zu voten.

Die über 150 Minuten des Doppelalbums decken dabei die große Bandbreite des Symphonic Metal Sounds ab, für den Edenbridge seit 20 Jahren mit kompositorischer Substanz und Beständigkeit stehen.

CD 01

Der Opener „Higher“ stammt aus dem Album Solitaire, welches 2010 veröffentlicht wurde. Bei diesem Track steht das Piano zunächst im Intro im Vordergrund. Immer wieder werden die Klavierklänge auch in die restliche Instrumentierung eingewoben. Es entsteht eine Mischung aus Leichtigkeit und Härte. Der Track sollte Fans hinlänglich bekannt sein und bei dem einen oder anderen Hörer ganz weit oben auf der Playlist stehen.
Auch „Brothers On Diamir“ stammt aus dem Album „Solitaire“ und ist somit schon über 10 Jahre alt. Während dieser Song durch den gefühlvollen Gesang in Kombination mit einer akustischen Gitarre eine dezente Zerbrechlichkeit versprüht, kommen darüber hinaus zudem die melodischen Metal-Parts nicht zu kurz.

Die Titel „On The Other Side“ und „Tauerngold“ stellen Vertreter des Albums Dynamind dar, das 2019 erschienen ist.
Ähnelt erstgenannter Track aufgrund seiner Melodieführung und den Streichern eher an einen Irish-Folk Song, besitzt letztgenannter Titel einen meditativen Touch. Dazu vermischt sich das Klavier perfekt mit den restlichen Instrumenten, wobei die wehmütig klingende E-Gitarre im Vordergrund steht.

Aus dem 2017 veröffentlichten Album The Great Momentum stammen die Titel „Shiantara“, „Until The End Of Time“ und „The Greatest Gift Of All“.
„Shiantara“ wartet z
unächst mit Drums, E-Gitarre und elektronischen Synthesizer-Sounds auf. Zusätzlich sind Bläser und Streicher zu hören. Den Track könnte man insgesamt als Gesamtkunstwerk bezeichnen, da er aus verschiedenen Teilen besteht, die sich sowohl in ihrer Instrumentierung als auch im Tempo und Musikstil unterscheiden.
„Until The End Of Time“ ist trotz der Rock-Elemente eher ruhig und bekommt ein Outro mit akustischer Gitarre und Klavier verpasst.
„The Greatest Gift Of All“ weist schließlich mit über 12 Minuten eine beachtliche Länge auf. Diese wird abwechslungsreich gefüllt – von Langeweile ist dabei keine Spur.

Im Jahr 2008 wurde das AlbumMyEarthDream mit dem hier ebenfalls anzutreffenden Track „Shadowplay“ veröffentlicht. Dieser kommt mit klassischer Rock-Instrumentierung sowie mit Klavier, Bläsern, Streichern, Orgel und einer indischen Sitar daher. Nichtsdestotrotz verliert der Track nicht an der nötigen Härte.

Edenbridge (Copyright: Edenbridge)

Auch das Album „The Bonding“ (von 2013) wird mit zwei Titeln erneut vorstellig.
Stellt „Alight A New Tomorrow“ einen klassischen Symphonic Metal-Song dar, der allerdings durch Bläser eine dramatische Note verliehen bekommt, und durch einen reinen Instrumentalpart das typische Schema durchbricht, bildet der Titeltrack des damaligen Albums auf der aktuellen Compilation den Rausschmeißer (und mit knapp 16 Minuten auch den längsten Titel) der ersten CD. Entsprechend fulminant gerät der Sound, der durch Streicher, Klavier, Orgel und dem typischen Rocksound an Fülle gewinnt. Die stets anders instrumentierten Parts sorgen für Abwechslung, sodass der Titel auf seiner enormen Länge nicht an Spannung verliert.

Außerdem zu hören: die bisher in diesen Versionen unveröffentlichten Songs „Dynamind (Easter 2020 Version)“ und „Paramount (Acoustic Version 2020)“.
Stammt die ursprüngliche Version von „Dynamind (Easter 2020 Version)“ aus dem „Dynamind“-Album, ist „Paramount (Acoustic Version 2020)“ auf dem Album „MyEarthDreamzu finden. Letzterer stellt den Gesang, einzig begleitet von einem Klavier, deutlich in den Vordergrund und wirkt damit sehr klar und rein. Hier darf man sich gesanglich keine Fehler erlauben – und das tut Frontfrau Sabine Edelsbacher auch nicht. Ähnlich reduziert wirkt auch erstgenannter Titel, der mit knapp 2 Minuten einer der kürzesten Tracks auf dem Album ist und gleichwohl zu den ruhigeren, langsamen Titeln der Band zählt. Neben dem Gesang steht hier der Sound einer cleanen Gitarre, gepaart mit einem tiefen elektronischen Synthesizer-Sound im Vordergrund.

CD 02

Die Reise durch die Band-Diskografie geht weiter. Und so wird der zweite Rundling mit dem Titel „Live And Let Go“ eröffnet. Er – wie auch der Song „The Memory Hunter“ – sind dem Album „Dynamind“ entnommen. Beide gehören gefühlt zu den härteren Stücken des Best-ofs, sodass „Live And Let Go“ auch ohne langes Vorspiel gleich in die Vollen geht. Neben den dann doch teilweise soften Metal-Klängen sticht der zweistimmige Gesang hervor, der den Song wie eine Hymne klingen lässt. Sowohl Melodieführung als auch der Text machen den Refrain wiederum sehr eingängig.

Erneut kommen mit „Mystic River“ und „Into A Sea Of Souls“ Titel aus dem Album „The Bonding“ zum Zug.
Ob ausgedehnte Instrumental- oder mehrstimmige Gesangsparts – beide Songs können viel und haben zu Recht einen Platz auf der Compilation ergattern können.

Dies gilt auch für die weiteren Titel des Albums „Solitaire“.
Darunter das orientalisch anmutende
„Skyline’s End“
, der Titel „Higher“ in bisher unveröffentlichter „Acoustic Version 2020“, das rein instrumentale, von Akustikgitarre gespielte „Eternity“ sowie das mit sphärischem Synthesizer-Sound und verzerrter Gitarre eingeleitete „Bon Voyage Vagabond“.

Edenbridge (Copyright: Edenbridge)

Synthesizer-Sounds sind ebenfalls im Titel „Remember Me“ aus dem Album „MyEarthDream“ zu vernehmen. Zu den Songs aus diesem Album gehört auch der instrumentale Track „MyEarthDream Suite (For Guitar and Orchestra)“, der sowohl aus rein akustischen Parts mit Streichern, Gitarre und diversen Blasinstrumenten als auch aus rockigen Parts mit E-Gitarre, Drums und Bass besteht. Zudem wurden „Paramount“ und der Titeltrack dem besagten Album entnommen, um hier erneut zu erstrahlen. Letzterer bildet gleichsam auch den Abschluss des Best-ofs – und brennt entsprechend das gesamte musikalische Feuerwerk der Band ab. Man kann nur staunen, wie gekonnt sich die verschiedenen Parts gegenseitig ablösen. Eine musikalische Meisterleistung.

Fazit

Es gibt keinen Track, der hier besonders hervorzuheben ist, da jeder Song für sich spricht – und nicht grundlos von den Fans für dieses Doppelalbum auserwählt worden ist. Zudem ist es äußerst bemerkenswert, welcher Aufwand für die Produktion dieses Albums betrieben wurde. Die 20-jährige Banderfahrung ist Edenbridge jedenfalls deutlich anzuhören und man darf gespannt sein, was von ihnen in den nächsten Jahren noch kommen wird.

The Chronicles of Eden Part 2

Trailer

Tracklist

CD 01
01 Higher
02 On The Other Side
03 Shiantara
04 Alight A New Tomorrow
05 Until The End Of Time
06 Shadowplay
07 The Greatest Gift Of All
08 Dynamind (Easter 2020 Version)
09 Brothers On Diamir
10 Paramount (Acoustic Version 2020)
*previously unreleased
11 Tauerngold
12 The Bonding

CD 02
01 Live And Let Go
02 Mystic River
03 MyEarthDream Suite (For Guitar and Orchestra)
04 The Moment Is Now
05 Skyline’s End
06 The Memory Hunter
07 Remember Me
08 Inward Passage
09 Paramount
10 Higher (Acoustic Version 2020)
11 Into A Sea Of Souls
12 Bon Voyage Vagabond
13 Eternity
14 MyEarthDream

Details

Edenbridge – Homepage | Edenbridge – Facebook

Label: Steamhammer / SPV
Vö-Termin: 15.01.2021
Spielzeit: 76:38 + 76:04

Copyright Cover: Steamhammer

 



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem