Review

Nach ihrem Debütalbum „Never Look Back“ (2015) folgten die Alben „Oblivion“ (2017) und „From Ashes To Flames“ (2018). Nun legen Dust In Mind mit dem vierten Output „CTRL“ nach und ergänzen ihre Discografie mit ihrem gewohnten Modern Metal Stil.

Das Label der Band aus Frankreich, darkTunes Music Group, verspricht im Vorfeld zur Albumveröffentlichung bereits viel von den neuen zehn Songs:

„In diesem Album gelingt es der Band, die innere Wut über die globale Situation in starke und scharfe Klänge zu verwandeln, welche dem Zuhörer direkt im Herzen berühren.
„CTRL“ spricht über Mut, Hingabe und den intimen Prozess des Lernens über sich selbst, während man sich dem überwältigenden Druck und der Flut von Gefühlen stellen muss, die unkontrollierbar und unverständlich erscheinen.“

Und auch die schon ausgekoppelten Singles bzw. Videos „Lost Control“, „No Way Out“ und „Break“ oder der Song „Synapses“, für dessen Videodreh die Band sogar den Eifelturm in Paris sperren ließ, zeigen die kompromisslose Marschrichtung an, die mit „CTRL“ genommen wird: Es wird hart, metallisch und energiegeladen.

Die Tracks

So wird bereits der Opener „Lost Control“ seinem Namen mehr als gerecht. Dust In Mind verlieren hier die Kontrolle – im positiven Sinn. Harte Riffs und energische Drums jagen sich, während gelungene Wechselspiele auf verschiedenen Ebenen für Abwechslung sorgen. Demnach lösen sich nicht nur male und female Vocals ab, wobei erstere im Zusammenspiel mit dem gesamten Aufgebot an Instrumentierung für ordentlich Härte sorgen und beide Gesangspassagen stets im gemeinsam performten melodischen Refrain münden; auch das Switchen von harschen Metalparts hin zu ruhigen Phasen findet Eingang in den Track. In letztgenannten wird die Instrumentierung komplett zurückgefahren, bis nur noch die Stimme von Sängerin Jennifer Gervais zu vernehmen ist; auf diese Art endet der Song dann auch. Ein Auftakt nach Maß, der sich in seiner Songentwicklung sehr vielschichtig gibt.

Nach diesem ruhigen Ausklang folgt mit „Take Me Away“ ein harter Schlag, denn hier gibt es direkt auf die Zwölf. Im weiteren Verlauf treffen Industrial Metal- auf Groove Metal-Elemente und sorgen zwar nicht gerade für „Ordnung“ im Song, dafür animieren sie zum Mitgrooven.

Auch „Empty“ bekommt einen derben Start verpasst und punktet im Folgenden durch seine Entwicklung. Abermals wird dabei das bekannte Dust In Mind-Songschema, geprägt durch Aggression und gefühlvolle Momente, fortgesetzt.

Nachdem in „Synapses“ die Herkunft der Band durch die Integration französischer Liedzeilen hörbar wird, steigt das Quintett in „Freefall“ erstmals ruhiger in einen Track ein und serviert mit Akustikgitarren und vordergründigen Gesang eine kleine Verschnaufpause, ehe es im Anschluss wieder hart zur Sache geht.

Dust In Mind (Copyright: Dust In Mind)

Viel Zeit zum Luftholen bleibt nicht, denn „W.G.A.C.A“ geht gleich darauf schon wieder äußerst temporeich zur Sache. Erneut sorgt der abwechslungsreiche Songaufbau (Breaks inklusive) für eine sich verändernde Atmosphäre eines einzelnen Songs; auch bei jenen, die noch folgen. Spannend, sodass man die Lust am Album nicht verliert.

Dieses kommt mit einer Gesamtlänge von knapp 39 Minuten daher und fällt entsprechend kurz aus. Der Eindruck eines schnellen Konsums und einer gewissen Kurzweil wird zudem von den schnell gespielten Songs einmal mehr bestärkt. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass viele Songs nach dem ersten Hördurchgang – trotz abwechslungsreicher Songstrukturen und vor allem durch die stets harte Schlagseite – ähnlich wirken. Es empfiehlt sich daher, „CTRL“ mehrere Durchgänge zu gönnen, damit die Titel so richtig zünden können.

Fazit

Dust In Mind haben auf „CRTL“ zehn sehr melodische, aber nicht immer sofort eingängige Songs verewigt. Während sich die Band in den Strophen redlich austobt, bringt sie ihre Refrains meist gekonnt auf den Punkt. Dennoch fehlt es oft an der gewissen Hookline, die auch nachhaltig im Ohr bleibt. Dafür weiß der Silberling aber mit jedem erneuten Hören mehr zu gefallen, woran auch die satte Produktion ihren gebührenden Anteil hat. Fans der Truppe werden nicht enttäuscht werden.


Ctrl (Lim.Digipak)

Video

Tracklist

01 Lost Control
02 Take Me Away
03 Empty
04 Synapses
05 Freefall
06 W.G.A.C.A
07 Break
08 The White Page
09 Speak For The Voiceless
10 No Way Out

Details

Dust In Mind – Homepage | Dust In Mind – Facebook | Dust In Mind – Instagram

Label: darkTunes Music Group / Soulfood
Vö-Termin: 19.11.2021
Spielzeit: 39:11

Copyright Cover: darkTunes Music Group



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde