Review

Der Opener „Face“, nach dem praktischerweise auch das Album von The Durango Riot benannt ist, startet zunächst sehr irritierend. Man könnte für einen kurzen Moment denken, dass die Scheibe miserabel produziert wurde, doch dieser Gedanke verflüchtigt sich zum Glück so schnell, wie er gekommen ist. Denn bereits nach wenigen Sekunden zeigt „Face“ sein wahres „Gesicht“ und entpuppt sich als recht glatter, aber dennoch wohlklingender Hardrock-Titel, der insbesondere im Refrain – der aufgrund seiner Härte im Vergleich zum restlichen Song einen schönen, rauen Kontrast bildet – eine Menge Spaß macht. So kann es gerne weitergehen.

Das folgende „Zac the Salvationist“ entfernt sich ein wenig vom „Hard“ und bietet nahezu reinen Rock. Aber auch dieser ist durchaus gut gespielt und besticht durch den einen oder anderen härteren Akzent. The Durango Riot legen insbesondere in den instrumentalen Momenten Wert auf einen schleppenden Klang, der in den Passagen mit Gesang einer melodischen Ausrichtung des Titels Platz macht. Durch dieses Vorgehen sorgt die Band auf eine spannende Art und Weise für Abwechslung.

„Marquee Days“ startet ziemlich balladesk, aber keineswegs langweilig. Dieser Eindruck bestätigt sich im weiteren Verlauf. Lediglich im Refrain geben The Durango Riot in der Tradition der guten, alten Rockballaden ein wenig mehr Gas und sorgen für ein wenig Drive. Dieser geht ebenso schnell, wie er gekommen ist, und macht nach dem Abklingen wieder dem gemütlichen, verträumten Sound Platz. Sehr schöne Nummer, um einfach zu ihrem Klang ein wenig zu entspannen.

The Durango Riot (Copyright: The Durango Riot)

The Durango Riot (Copyright: The Durango Riot)

„Her War is mine“ ist im Grunde genommen das genaue Gegenteil von „Marquee Days“. The Durango Riot haben offensichtlich genau die richtige Dosis Koffein zu sich genommen, um uns mit dieser – im Vergleich zu anderen Songs des Albums – ziemlich schnellen Nummer zu überraschen. Gerade der Refrain sowie die Instrumentalparts sind ziemlich hoch getaktet, machen aber gerade deswegen eine Menge Spaß.

Mit „Full Moon Music“ endet „Face“ auch schon. Wie viele Bands haben sich auch The Durango Riot dafür entschieden, den längsten Song ans Ende zu setzen und toben sich noch einmal richtig aus. Obwohl „Full Moon Music“ insgesamt recht langsam ist, was insbesondere bei einer Länge von mehr als fünf Minuten schnell zu Langeweile führen könnte, schaffen es The Durango Riot, dass eben dies nicht geschieht. Sie spielen sowohl mit der Intensität der Instrumentalisierung als auch mit der Geschwindigkeit und sorgen auf diese Weise für genug Abwechslung, sodass „Full Moon Music“ vom ersten bis zum letzten Ton spannend bleibt.

Obwohl die einzelnen Titel auf „Face“ wirklich gelungen sind, klingt die Scheibe ein wenig zu glatt. Es fehlen ein wenig die Extreme, die ein gutes Album ausmachen. Dennoch haben The Durango Riot ein durchaus amtliches Rockalbum an den Start gebracht, welches hier und da auch mal eine Spur härter wird.

Video

Tracklist

01 Face
02 Zac the Salvationist
03 Paranoia’s Rock
04 Heavy Love
05 Is it enough?
06 Marquee Days
07 Ready are the Headless
08 Killer Buddies
09 Her War is mine
10 Evil Expressions
11 Fuzzy Friends
12 Full Moon Music

Details

The Durango Riot – Homepage
The Durango Riot – Facebook
The Durango Riot – Twitter

Label: Mate in Germany / Soulfood
Vö-Termin: 29.08.2014
Spielzeit:47:07

Copyright Cover: Mate in Germany



Über den Autor

Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.