Review

Das zwölf Titel umfassende Album „FUTURE PAsT“ hat alles, was „alte“ Duran Duran-Fans begeistert – und neue dazu gewinnen dürfte: Den klassischen Sound und sofortigen Wiedererkennungswert der 80er-Ikonen, aber auch modernen Sound satt!

Die Songs

Das Album eröffnet stark mit dem Song „INVISIBLE“, der auch als Single-Auskopplung fungiert. Flüsternd und krachend steht sich der Sound konträr gegenüber und „widerspricht“ sich gleichzeitig selbst, aber genau das macht es aus und lässt neugierig werden. Man fühlt sich sofort in die 80er inklusive Drei-Wetter-Taft-Tülle und Karottenhosen zurückversetzt. Dieser Titel macht mit Simon Le Bons Stimmmelodik Lust auf mehr und könnte eigentlich keinen besseren Start hinlegen.

Weiter geht es ein bisschen ruhiger mit „ALL OF YOU“. Funky, spritzig und trotzdem „plätschernd“ mit den für Duran Duran so typischen Keyboard-Elementen verbindet sich dieses Lied gekonnt mit Disco-Rhythmen und erinnert an typischen West-Berliner Untergrund-Sound der Vorwendezeit. Geschmeidig, aber kantig zugleich.

Gleiches gilt für den Folgetitel „GIVE IT ALL UP“, bei dem die schwedische Popsängerin und Songschreiberin Tove einen nicht unwesentlichen Teil beigesteuert hat. Ihr Gesangspart wird in EDM-Manier untermalt, während sich das Lied etwas länger aufbaut als die Vorgänger. Dabei leitet es ebenso mit den typischen 80er-Synthsounds ein, aber verbindet ganz wunderbar und einmal mehr moderne Elemente mit dem Altbewährten.

Bei der Intensität von dem folgenden „ANNIVERSARY“, ebenfalls als Single veröffentlicht, drängt sich einem förmlich auf, dass sich die Band selbst „zelebriert“. Die pointierten Beats und Elemente sowie die „schreiend“ dargebrachten Vocals klingen wie ein Fest in den Ohren, das ewig dauern möchte, und heben die Stimmung.

Der titelgebende Song „FUTURE PAST“ wird als starke Ballade präsentiert. Der Gesang wird gestreckt, berührt und holt Emotionen hervor. Treffend!

„BEAUTIFUL LIES“ eröffnet wieder mit altbewährten Keyboard-Sounds, die sofort die Laune heben. Der Song reiht sich mit „TONIGHT UNITED“ in die „Gute Laune-Ecke“ und bedient wiederholt Disco-Sounds.

„WING“ trägt einen musikalisch davon und lässt träumen. Endlich kommen auch Gitarren zum Einsatz, runden mit Bond-ähnlicher Stimme den Song ab und erinnern ein bisschen an den alten Sound von „A View to Kill“ gepaart mit „Save a Prayer“.

Mit „NOTHING LESS“ liefern die Urgesteine eine weitere Ballade, die mit starken Synthie-Sounds und ebenso starken Vocals harmonisch abgestimmt ist und die Herzen höherschlagen lässt. Einfach traumhaft. Das auslaufende Gitarrenriff geht fließend in die ebenso auslaufende Stimme über und harmonisiert perfekt.

Duran Duran (Copyright: Stephanie Pistel)

„HAMMERHEAD“ wird unterlegt von Rap, was im Vergleich zu den Vorgängertiteln etwas „verstörend“ wirkt. Unabhängig davon, was man von Ivorian Doll halten mag, klingt dieser Track eher wie ein Bruch. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, aber wirkt im Kontext des roten Fadens des Albums nicht unbedingt. Die Bass-Line allerdings ist einnehmend.

Mit „MORE JOY!“ bietet sich ein weiterer „Kooperativ-Song“, diesmal mit der japanischen Band „Chai“. Manga-like und verspielt kommt der Song daher und macht ebenso Laune, wie der Titel verspricht. Man möchte eigentlich gleich an die Spielekonsole und gleichzeitig das Tanzbein schwingen. Hier wirkt die Zusammenarbeit wieder „klassischer“ und runder.

Ebenso stark, wie das Album eröffnet, schließt es auch. Der von der Band allein komponierte Song „FALLING“ macht sprachlos. Diese Ballade kann einfach nur als „schön“ bezeichnet werden. Pianoklänge, Gitarre und die Symbiose von Simon Le Bon, Nick Rhodes, John Taylor und Roger Taylor runden diesen Silberling einmalig ab und arbeiten die Essenz des Erfolgsquartetts auf wunderbare Weise heraus. Der Track gibt „FUTURE PAST“ insgesamt einen angemessenen Ausklang.

Fazit

Die Band hatte viele Downs und wenige Ups in den letzten Jahren, aber hier zeigt sie wieder die Bandbreite ihres Könnens und knüpft an den Sound der 80er und 90er an, der sie groß machte, beweist aber ebenso, dass sie am Puls der Zeit bleiben. Das Album macht einfach Spaß.


FUTURE PAST

Video

Tracklist

01 INVISIBLE
02 ALL OF YOU
03 GIVE IT ALL UP (feat. Tove Lo)
04 ANNIVERSRY
05 FUTURE PAST
06 BEAUTIFUL LIES
07 TONIGHT UNITED
08 WING
09 NOTHING LESS
10 HAMMERHEAD (feat. Ivorian Doll)
11 MORE JOY! (feat. Chai)
12 FALLING (feat. Mike Garson)

Details

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Label: Tape Modern / BMG
Vö-Termin: 20.10.2021
Spielzeit: 51:05

Copyright Cover: Tape Modern



Über den Autor

Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.