Review

Nach 20 Jahren haben Drunken Fools ein neues Album mit dem Titel „Escape“ auf den Markt gebracht.

Das Werk sei eine Mischung aus Neuaufnahmen der alten Songs und einigen Neukompositionen.
Ferner beschreibt die Band wie folgt ihren neuen Output:

Wir haben eine Verbindung aus der klassischen Lagerfeuer Gitarrenmusik und dem guten, alten Hard Rock geschaffen. Die Schlaggitarre von Sönke ist in fast allen Songs allgegenwärtig. Die Texte waren, sind und werden immer unpolitischer Natur sein: Denn nur so ist eine Bindung zu einem breiten Publikum möglich. Die Natürlichkeit des Auftretens aller Bandmitglieder, die erfrischende Naivität und die Leidenschaft für die Musik sind ein weiterer, wichtiger Aspekt unseres Schaffens.

Deutsche und englische Songs bieten Abwechslung

„Cold“ macht den Einstieg in das Album. Der Track wird mit Klavier und akustischer Gitarre eingeleitet und geht dann in seichten Rock-Sound über. Die Text-Parts werden im Duett gesungen. Gesanglich ist der Song jedoch ausbaufähig.

„Bebanburg“ wirkt melancholisch. Piano und akustische Gitarre sind hier sehr präsent. Leider klingt der Song ziemlich langweilig und der Gesang könnte etwas gefühlvoller sein.

Gefühlvoll ist hingegen „Fear Myself“. Hier wirkt allerdings die männliche Gesangsstimme etwas behäbig. Keyboard und Drums leisten dafür gute Arbeit.

„Flame in the wind“ wird zu Beginn nur mit Piano und akustischer Gitarre begleitet und fällt ebenfalls in die gefühlvolle, melancholische Schiene. Entsprechend wirkt der Rocksound an dieser Stelle nicht sehr passend. Ein rein akustischer Sound wäre deutlich besser gewesen.

„Vision of time“ kann man mit in die melancholische Schublade stecken. Neben akustischer Gitarre ist auch das Piano sehr im Vordergrund. Der Song wechselt zwischen ruhigem, akustischem und härter wirkendem Rocksound ab.

In „Candlelight“ ist schließlich das Keyboard deutlich herauszuhören und bekommt sogar ein kleines Solo. Davon abgesehen passiert im Song aber recht wenig und er endet auch ziemlich abrupt.

Der Titeltrack „Escape“ erinnert mit seiner Melodieführung an Grunge, sodass man sich bei diesem Track einen rockigen Sound gewünscht hätte. Die weibliche Gesangsstimme wirkt indes fehl am Platz und möchte nicht wirklich zum Song passen.

Gleich von Beginn an wartet dafür „My treasure“ mit Rocksound auf. Zwischendurch platziert die Band ruhigere Parts, in denen das Piano noch mehr dominiert. Diese Songphasen sind melodisch sehr schön gestaltet.

Als Highlight entpuppt sich „Kjartan“. So richtig lässt sich jener Track nicht mit den anderen Songs vergleichen. Während man vom Titel her etwas Osteuropäisches erwarten könnte, lässt der Einstieg mit der cleanen Gitarre die Hörer mit dem Bein mitwippen. Der Song hat einen guten Drive und ist musikalisch und gesanglich sehr gut abgestimmt.

Drunken Fools (Copyright: Jo Gemke)

Die drei deutschen Songs auf „Escape“ fallen sehr unterschiedlich aus.
„Teufelsgesicht“ klingt ein wenig nach einem Mittelalterrock Song. Das Keyboard passt hier allerdings absolut nicht zum Rest; ein Dudelsack hätte sich eher angeboten.
„Himmelsstieg“ wirkt in den ruhigen Parts traurig und nimmt im Refrain an Fahrt auf. Die Reime sind etwas ungeschickt gewählt.
„Tausend Fragen“ ist der letzte Track auf dem Album. Auch dieser wird mit Piano und akustischer Gitarre begleitet. Der Song regt zum Nachdenken an. Hier passen Gesang und Instrumente perfekt zusammen.

Fazit

Das Album wirkt trotz der unterschiedlich gestalteten Songs zeitweise etwas langweilig. Oftmals passen Gesang und Melodie nicht ganz zusammen. Der eine oder andere Song ließe sich aber sicherlich im Radio spielen. Highlights des Werks sind auf jeden Fall die Tracks „Kjartan“ und „Tausend Fragen“.

Video

Tracklist

01 Cold
02 Bebanburg
03 Candlelight
04 Fear Myself
05 Escape
06 Flame in the wind
07 Teufelsgesicht
08 Vision of time
09 Kjartan
10 Rebirth
11 Himmelsstieg
12 My treasure
13 Tausend Fragen

Details

Drunken Fools – Facebook

Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 01.12.2018
Spielzeit: 53:29

Copyright Cover: Drunken Fools



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem