Review

Nach diversen Veröffentlichungen geht das Elektro-Punk-Outfit Double Nelson mit einer neuen Platte an den Start. „Un Sentiment Étrange“ heißt das gute Stück, auf dem die Band wieder mit pumpenden Bässen, scharfen Gitarren und viel elektronischem Sound vertreten ist.

Man darf sich also auf knarzende Synthies und einen allgemein schmutzigen Charakter gefasst machen. Wenn Double Nelson erst mal loslegen, gibt es kein Halten mehr und der Bass massiert einem ordentlich das Trommelfell. Dabei machen sie auch gelegentlich Gebrauch vom Noise, um das Experimentelle zurück in ihren Sound zu bringen.

Dennoch ist dieses Vorgehen, was die Songs angeht, ein zweischneidiges Schwert.
Es gibt Titel, die wirklich gut ins Ohr gehen, besonders wenn Double Nelson immer wieder mal Industrial in das Ganze einfließen lassen. Dann hat man stets das Gefühl, hier einen wirklichen Knaller vor Ohren zu haben. Zeitweise ist dies sogar dem Retro-Feeling geschuldet, welches zwischendurch aufkommt.

Auf der anderen Seite hat man oft das Gefühl, die Songs würden ins Leere laufen. Vor allem wenn der Faktor Noise bis zur Schmerzgrenze ausgereizt wird, ist es schwer, der Band weiter zu folgen.
Auch ist es so, dass viele Elemente der Titel auf irgendeine Art und Weise überholt wirken. Keine Innovationen oder kreative Anreize, sondern oft gegebenes Material, was sich zusammengeschustert anhört.

Es ist natürlich nicht so, dass Double Nelson nicht versuchen, etwas mehr Abwechslung in ihre Musik zu bringen. Das Gesamtpaket klingt am Ende dann auch sehr bunt und verrückt. Man hat eine Ahnung von der Idee, die hier angesteuert wird, es mangelt dann aber doch wieder an einer runden Abwicklung.

Double Nelson (Copyright: PlonPlon.net)

Double Nelson (Copyright: PlonPlon.net)

Zwischendurch gibt es auch Tracks, die hängen bleiben und zu welchen man gerne mal wieder zurückkommt; vor allem aufgrund der Absurdität, in der sich Double Nelson oft verlieren. Dennoch täuscht nicht die beste Intention darüber hinweg, dass sich das Arrangement hier deutlich holpriger gestaltet, als es eigentlich sollte.

Vielleicht liegt dies auch an den monotonen Wiederholungen, an die sich „Un Sentiment Étrange“ klammert, denn die Platte ist voll davon.
Natürlich treibt der Sound auch genauso gut nach vorne.

Am Ende bleibt es einem selbst überlassen, ob man sich damit abfinden und der Musik hingeben kann.

Video

Trackliste

01 Woaw
02 Min’s Time
03 Classe Oberstumpf
04 Je Crains
05 Ambiance Discount
06 Abeilles Road
07 Carnavalino
08 Love Is Gone Top Moumoute
09 Le Bug Du 26 Aout
10 On Dirait D’La
11 Indeep Style
12 Just Relax
13 Thumb Breaker
14 Molo Pom‘ Chips

Details

Double Nelson – Homepage
Double Nelson – Facebook

Label: Atypeek Music
Vö-Termin: 31.12.2015
Spielzeit: 45:30

Copyright Cover: Atypeek Music



Über den Autor

Christopher