Review

Ein zweites Album wurde von der niederländischen Dark Rock Band mit progressivem Einschlag namens Dool schon angekündigt, vorab serviert das Quintett jedoch erst einmal einen Wartezeitverkürzer in Form der EP „Love Like Blood“.

Viel Neues bietet die Band darauf zwar nicht, aber der vorrangig an Fans gerichtete Appetizer umfasst immerhin ein wenig „rares“ Material. Und so befinden sich neben einer Covernummer zudem zwei Liveaufnahmen auf der EP.

Der Coversong

Als Coversong suchten sich Dool das Killing Joke-Stück „Love Like Blood“ aus, das sogleich auch die Funktion des EP-Titels übernimmt.

Grund dieser Auswahl: Der Track begleitete die Band in den eigenen Playlists auf ihren Tourneen und sie wurden einfach nicht müde, ihn zu hören. Als „tribute to one of the best songs ever written“, so Sängerin und Gitarristin Ryanne van Dorst, nahm man sich dem Lied daher an und machte daraus eine ganz eigene Version.

Schwer, intensiv und weitaus langsamer als das Original betonen Dool in ihrer Interpretation somit die Atmosphäre des Stücks. Dadurch nimmt man dem Titel zwar ein wenig von seinem Ohrwurmcharakter, bietet stattdessen jedoch einen Song zum Eintauchen und Genießen.

Die weibliche Gesangsstimme tut ihr Übriges, um „Love Like Blood“ einen eigenen Stempel aufzudrücken.
Und auch soundtechnisch verpasst man dem 1985er erstmals erschienenen Titel eine Frischzellenkur.

Die Liveaufnahmen

Sound ist auch das Stichwort, wenn es um die folgenden zwei Live-Tracks auf der EP geht.

Voluminös und energetisch fallen die beiden Liveaufnahmen der Songs „She Goat“ und „In Her Darkest Hour“ aus, aufgenommen im Rahmen ihres Auftritts beim Rock Hard Festival 2018. Ihnen ist kaum anzuhören, dass es sich dabei um Livemitschnitte handelt, denn nahezu in Studioqualität dringen die Titel kraftvoll aus den Boxen.
Im Zuge der Überarbeitung filterte man ebenfalls das Publikum weitgehend heraus.
Insgesamt ist dadurch die Liveatmosphäre der beiden Stücke kaum wahrnehmbar; je nach persönlichem Geschmack ein Vor- und/oder Nachteil.

Dool (Copyright: Dool)

Weniger umstritten fällt hingegen das Ende des EP-Abschlusses aus, das man sich besser gelöst gewünscht hätte. So aber fadet man den Titel „In Her Darkest Hour“ aus und beendet abrupt (und gefühlt unvollständig) das Hörvergnügen des kompakten Silberlings.

Fazit

Wie man auf dem Cover der EP sehen kann, sieht man nichts bzw. wenig Explizites. Das liegt daran, dass für unseren Artikel die zensierte Abbildung des Artworks verwendet wurde. Die Kaufversion von „Love Like Blood“ (als Digipak CD oder Vinyl erhältlich) lässt da natürlich tiefer blicken. Und obwohl sich Dool quantitativ sehr sparsam geben, kann der Inhalt der EP in qualitativer Hinsicht punkten. Songauswahl und Kürze verpassen der Veröffentlichung dennoch eher den Charakter eines Fan-Produktes. Jene dürfen dann aber unserer Wertung gerne ein Sternchen hinzuaddieren.

Video

Tracklist

01 Love Like Blood (Killing Joke Cover)
02 She Goat (Live Rock Hard Festival 2018)
03 In Her Darkest Hour (Live Rock Hard Festival 2018)

Details

Dool – Homepage
Dool – Facebook

Label: Prophecy Productions
VÖ-Termin: 17.05.2019
Spielzeit: 16:35

Copyright Cover: Prophecy Productions



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde