Review

Power! Kommt von den Jungs aus München dieses Jahr in Form der EP „I“. Darauf gibt es ordentlich Death Metal-lastigen und melodischen Thrash auf die Lauscher. Und genau den leben Dissorted in fünf Songs auch zur Genüge aus.

Ich schätze mal, das Prinzip „Thrash Metal“ sollte jedem geläufig sein. Glühende Leersaiten, Tremoloriffs an allen Ecken, Humpa Beats und kraftvoller Gesang. Genauer muss man darauf auch nicht eingehen.

Dissorted machen die Art von Metal, bei der es zum guten Ton gehört, die Lautstärke direkt zu erhöhen, um in den vollen Genuss zu kommen. Einsteiger „Bloodshed Divine“ legt zunächst mit männlichen „Chug Chug“ und ein paar netten Death Metal Riffs los. Zum Warmwerden ein guter Anfang, aber die Maschine kommt schon noch auf Touren.

Und zwar mit „Eaten Alive“. Zu Beginn mit marschierendem Schlagzeug, gefolgt von groovigen Thrash Riffs. In diesem Song wird dann auch zum ersten Mal bösartig gegrölt. Aber um ehrlich zu sein, ist der klare Gesang um einiges unterhaltsamer. Zu den tiefen Vocals lassen die hohen Töne im Refrain Trommelfelle erzittern und Glas zersplittern.

Was der Band zugutekommt, ist die saubere Produktion der EP. Die kann sich nämlich hören lassen. Kein Instrument klingt blechern oder zu stark verzerrt. Aber auch das Schlagzeug klingt nicht so, als hätte man die Snare durch eine Konserve ausgetauscht. Dem Niveau entsprechend beherrschen die Jungs auch ihre Instrumente und so fügt sich alles angenehm zusammen.

„The New World“ ist dann auch so der klassische Thrash Metal Song. Auch hier kommt der Old-School-Faktor zum Tragen. Natürlich könnte man an dieser Stelle meckern, dass die EP von den Songs her nichts Neues bietet und alle Riffs und Rhythmen schon in fast jedem Thrash Song vorkamen. Aber wen kümmerts? Es ist Thrash! Das Prinzip „in your face“ ist doch quasi schon Standard und wird auch mit „I“ sehr gut vorangetrieben. Und wie soll man auch drüber nachdenken, wenn man durchgehend headbanged.

Dissorted (Copyright: Dissorted)

Dissorted (Copyright: Dissorted)

Galoppierend geht es dann weiter mit „The Somnambulist“. Ganz cool gemacht, wie die Pferderhythmen ganz plötzlich in die Songstruktur reingeworfen werden. Aber was zur Hölle ist ein „Somnambulist“. Ok, Generation Wikipedia: Somnambulismus ist eine Art Schlafwandeln, bei der man umherläuft und Tätigkeiten verrichtet. Da soll mal einer sagen, Metal würde nur die Nackenmuskeln beanspruchen. Wäre natürlich witzig, wenn die EP auch so entstanden wäre und fünf sabbernde Zombies im Studio ihre Songs aufnehmen.

Aber Spaß beiseite. „I“ ist ein solides Machwerk, es groovt gut und bietet auch Abwechslung. Eingefleischte Fans von Kreator oder Exodus sollten Dissorted ruhig mal eine Chance geben. Damit die Jungs nicht gleich dem Größenwahnsinn verfallen, gibt es an dieser Stelle „nur“ 3.5 Sterne, da noch deutlich Luft nach oben ist, die die Jungs aber zweifelsfrei nutzen werden.

Video

Trackliste

01 Bloodshed Divine
02 Eaten Alive
03 The New World
04 The Somnambulist
05 Operation Observation

Details

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Label: Eigentvertrieb
Vö-Termin: 05.09.2014
Spielzeit: 23:35

Copyright: Dissorted



Über den Autor

Christopher