Review

Dioramic war mir bisher eher aus dem Metal-Sektor bekannt, allerdings steckt in „Supra“ viel mehr als nur eine gewöhnliche Metal-Platte.
Die Jungs um Fronter Arkadi sind derzeit bei Pelagic Records unter Vertrag und veröffentlichen auch darüber. Das trifft sich, denn Kopf des Labels ist Robin Staps, der – wie viele wissen – eine eigene Band hat. The Ocean bzw. The Ocean Collective heißen seine Jungs und wie es der Zufall will, ist Paul Seidel, seines Zeichens Schlagzeuger, sowohl bei Dioramic als auch bei The Ocean tätig. Somit wären die Familienbeziehungen schon mal geklärt.

Was erwartet uns aber auf „Supra“? Dioramic vereinen viele verschiedene Musikstile. Wenn man sich die Vorgängerplatte anhört, dann ertönt ein Mix aus Alternative Rock, Punkattitüde, viel Screamo und gelegentliche Metaleinlagen. Zudem waren Dioramic schon immer etwas progiger und spielen gern herum.

Der Opener „Xibalba“ walzt in den ersten Sekunden schon sehr gut daher. Kurz darauf öffnet sich der Song und nimmt einen mit in eine träumerische Welt, die durch den Einsatz der Synthesizer noch unterstützt wird. Zweistimmige Gesangslinien untermalen das Ganze. Man merkt schon jetzt, dass alle Bandmitglieder ihre Instrumente beherrschen, sodass gute Songstrukturen zusammenkommen.

Zwischen diesen ganzen Musikstilen findet sich ab und an auch ein wenig Muse oder Deftones wieder. Darunter fällt der Song „Melancholia“, der nun wirklich extrem Muse’ish angehaucht ist. Wir haben hier also Freunde der alten Schule und so transportieren die Mannen solche hochkarätigen Bands in die Neuzeit und verwursten diese in ihrem ganz eigenen Universum.

Atmosphäre spielt auch bei diesen Jungs eine wichtige Rolle. Sie wecken Emotionen und nehmen einen mit in eine andere Welt. Langsame Beats mit minimaler Gitarre sorgen dafür. Der gelegentliche Synthi-Einsatz sorgt für das Übrige und verleiht den Songs eine gewisse Tiefe.

„The Calm Before“ ist ein wahrer Brecher. Ruhig, melancholisch und ganz minimalistisch wirken Schlagzeug, Gitarre, Bass und Stimme zusammen, um sich im Refrain lauthals Platz zu verschaffen. Meiner Meinung nach einer der besten Songs auf der Platte, da er mit so wenig auskommt, jedoch dermaßen viel Kunst transportiert.

Dioramic (Copyright: Dioramic)

Dioramic (Copyright: Dioramic)

Zu diesem ganzen Musikstil-Wirrwarr verirren sich vereinzelt schon fast poppige Radiosongs wie der dennoch großartige Track „Worth“. Die passen zum Konzept, allerdings muss man so etwas wirklich lieben. Dem einen oder anderen wird somit ein Dämpfer verpasst, aber für Metalfans sind Songs wie „Big Pump“ das richtige Kontrastprogramm.

Schlusslicht bildet auf „Supra“ der Megasong „Vortex Reflex“. Bereits als Singleauskopplung bekannt, ist das der heimliche Favorit der Platte. Der Song strotzt nur so vor Kraft und Gefühl. Ein wirklich starkes Brett.

Fazit: Dioramic wachsen mit jedem Album und sorgen für reichlich Überraschungen. Die Musiker beherrschen ihre Instrumente, daraus resultieren gut strukturierte Songs. Der Spagat zwischen Metal und diversen anderen Stilen funktioniert gut, wobei die poppigen Einlagen nicht jedermanns Sache sind. Fronter Arkadi ist sehr facettenreich und hat in jedem Song den richtigen Riecher, was den Gesang angeht. Dieser Release sollte ein voller Erfolg werden und den Jungs den Weg zur Weltherrschaft ebnen.

Video

Tracklist

01 Xibalba
02 Carpets On The Walls
03 The Calm Before
04 The Storm
05 Worth
06 Big Pump
07 Melancholia
08 Logbook
09 Vortex Reflex

Details

Dioramic – Homepage
Dioramic – Facebook

Label: Pelagic Records
Vö-Termin: 12.09.2014
Spielzeit: 42:34

Copyright Cover: Pelagic Records



Über den Autor

Marcus
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