Review

Devil You Know ist eine noch sehr junge Metalkombo, bestehend aus Urgesteinen der Metalszene. Da hätten wir Howard Jones am Mikro (ehemals Killswitch Engage), Francesco Artusato an der Gitarre (ehemals All Shall Perish), John Sankey an den Drums (ehemals Divine Heresy) sowie Ryan Wombacher am Bass (ehemals Bleeding Through).
Das Package sollte also passen und ihr moderner Groove Metal- / Metalcore-Mix trifft den Nerv der Zeit.
Da wir aber erst 2014 mit „The Beauty of Destruction“ überrannt wurden, ist die Frage, ob wir 2015 gleich wieder ein neues Devil You Know-Album benötigen?

Hat man „They Bleed Red“ – wirklich ein sehr einfallsreicher Albumname – einmal durchgehört, macht sich Ernüchterung breit.

Gleich vorweg: Die Songs sind allesamt gut und sehr solide. Gerade in Verbindung mit der fetten Produktion kann man hier nicht meckern. Jeder Song hat seine richtig guten Groove-Momente. Diesbezüglich ist zum Beispiel „Your Last Breath“ zu empfehlen. Er besticht nicht durch Gewalt, sondern eher durch Atmosphäre und Gefühl.

„Stay of Execution“ geht dann gänzlich in eine andere Richtung. Mit derben Death Metal Gitarren und schnellen Schlagzeugparts prügelt man sich durch den Song.
Sänger Howard liefert hierbei wieder gewohnt gut ab. Entweder man mag seinen Gesang seit Killswitch Engage-Zeiten oder man kann ihn gar nicht hören. Er hat schon immer etwas Besonderes in seiner Stimme und klingt nicht wie alle anderen. Dadurch klingen aber auch Devil You Know leider nicht unbedingt anders, sondern stellenweise nach Killswitch Engage, was daher rührt, dass man Howard eben mit dieser Band kennt.

Die Drums tönen schön modern, doch leider eher nach Einheitsbrei. Das kann man der Band aber nicht vorwerfen, da sie nun einmal ein sehr frisches Projekt ist und ja auch Fans hat, die diesen Sound mögen. Gerade die ruhigen Passagen kommen so knüppelhart rüber, wie man es sonst nur im Djent kennt. Dabei gehen ein wenig Seele und Dynamik verloren.

Die Mischung aus Death Metal und etwas entspannterem Material hält sich dennoch gut die Waage und das Album ist dies betreffend abwechslungsreich. Insbesondere „Let The Pain Take Hold“ ist eine willkommene Abwechslung. Die Ballade zeigt endlich, was Howard noch so kann. Leider kränkelt der Titel wieder an der Songgewalt. Etwas dynamischer und nicht so brutal und er würde einfach mehr wirken.

Der Basssound fügt sich gut unter die Songs. In „Shattered Silence“ könnt ihr das Ding auch mal kurz als Distortiongewitter vernehmen. Naja, den Bassisten wird einfach kein Respekt gezollt.

Devil You Know (Copyright: Devil You Know)

Devil You Know (Copyright: Devil You Know)

Was man den Jungs nicht vorhalten kann: Sie legen immer sofort los und lassen den Hörern kaum eine Pause zum Durchatmen, weshalb „They Bleed Red“ auch schön energiegeladen daherkommt.
Dennoch ist das alles schon einmal da gewesen und eine richtige Linie ist noch nicht zu erkennen. Manche Songs klingen ein wenig zusammengewürfelt und so richtige Aha-Momente bleiben gänzlich aus.

Fazit: Tja, wie findet man nun die neue Scheibe von Devil You Know? Eher so durchschnittlich. Alle Songs sind solide und lassen sich gut anhören. Ihr Mix aus gewaltigen Metalsounds und etwas Gefühl klingt gut, aber birgt nichts Neues. So kann hier maximal eine Empfehlung an die Fans ausgesprochen werden. Alle anderen verpassen mit dieser Scheibe nichts.

Video

Trackliste

01 Consume The Damned
02 The Way We Die
03 Your Last Breath
04 Stay Of Execution
05 Break The Ties
06 Shattered Silence
07 Let The Pain Take Hold
08 Master Of None
09 Searching For The Sun
10 How The End Shall Be
11 Broken By The Cold

Details

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Label: Nuclear Blast Records
Vö-Termin: 06.11.2015
Spielzeit: 47:26

Copyright Cover: Nuclear Blast Records



Über den Autor

Marcus
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