Review

Devil-M entfesseln auf ihrem aktuellen und inzwischen dritten Album „Astharat“ eine böse Kreatur, die in jedem von uns schlummert. Die Band hat es gewagt, diese mittels 13 regulären Tracks ans Tageslicht zu befördern und dessen sadistische und ekelerregende Seite der Welt zu präsentieren.

Erstmalig singen Devil-M dazu auch in deutscher Sprache, was den Wahnsinn womöglich noch greifbarer macht.

Musikalisch verspricht ihr Label Danse Macabre indes folgendes:

Neben gewohnt starken Sounds à la Marilyn Manson oder Psyclon Nine, nimmt uns „Astharat“ auf eine musikalische Reise, die sowohl drückend finster, als auch rauchig laut ist.

Die Tracks

Gestartet wird „Astharat“ mit dem rein instrumentalen Track „Requiem of Liturgy (Act 1: The Rising)“. Jener klingt sehr düster und mystisch. Verworrene Klänge und Stimmen verlorener Seelen sind zu hören. Später gesellen sich Bass, Gitarre und Schlagzeug hinzu.

Futuristischer und gleichzeitig brachialer ertönt da schon „Requiem of Liturgy (Act 2: The Ceremony)“. Der Gesang von Frontmann Astharat ist erstmals zu vernehmen, spielt hier insgesamt aber eine eher hintergründige Rolle.

Die „Intro-Trilogie“ komplettiert schließlich „Requiem of Liturgy (Act 3: The Fall)“ als eine Mischung aus Akt 1 und 2. Verworrene Stimmen, Geschrei, Geheul und dazu eine verzerrte E-Gitarre bilden dabei den Inhalt.

Mit „Faszination“ findet anschließend der erste Track mit deutschen Lyrics den Weg auf das Album. Der Song besitzt einen guten Drive und ist recht eingängig. Weil aber der Text respektive der Gesang sehr in den Hintergrund gerückt wurden, ist beides leider kaum zu verstehen. Anders der Refrain von „1000 Augen“, während auch hier die Strophen nur mit Mühe zu entschlüsseln sind. Dafür wartet der Titel mit stampfenden Beats und harten Gitarrenriffs auf.

Auf musikalischer Ebene eher behäbig und im Tempo deutlich langsamer als die vorherigen Nummern, folgt „Marylin Medusa“. Doch auch hier hat man wieder das Gefühl, dass der Gesang in den Strophen (zu sehr) in den Hintergrund platziert wurde.

Der „Embryogott“, vom Label als „ein egoistisches Ekel mit Hang zum Sadismus“ beschrieben, erstreckt sich auf lediglich 44 Sekunden und setzt sich aus Geschrei in verschiedenen Tonlagen und düster-elektronischem Sound zusammen.

Tiefe, vibrierende elektronische Töne leiten auch „Auf Stand“ ein. Diese untermalen eine Erzählung in englischer Sprache. Später kommen dann ein auf Deutsch gesungener (oder besser gesagt geschriener) Text sowie die anderen Instrumente hinzu.

Mit „Saint Astharat“ scheint sich der Frontmann selbst in den Heiligenstand zu erheben. Zunächst sind wild durcheinander spielende Trommeln zu hören, die dann von Elektrosounds abgelöst werden. Die Instrumentierung ist im gesamten Song sehr reduziert, dennoch versteht man den Text nur schlecht.

Erneut rein instrumental geht es in „Embryo“ zur Sache. Ein Track, in dem eine cleane Gitarre und die Toms den Ton angeben, bis schließlich noch verzerrter Gitarrensound und Kindergeschrei hinzukommen.

 „Addendum“ ist eine Art Nachtrag. Der Song ist sehr ruhig und der Gesang wird mit einer akustischen Gitarre begleitet. Dabei ähnelt der Gesang eher einer gesprochenen Erzählung.

Devil-M (Copyright: Devil-M)

Der offiziell letzte Track ist nach dem Song „Gabriel“ und dem ruhigen Titel „Addendum“ mit „Third Nostril“ erreicht. Der Track ist mit sechs Minuten Spielzeit der längste auf diesem Album und wird musikalisch sehr brachial umgesetzt. Immer wieder ist die Textzeile „Breathe, motherfuckers“ zu hören, während Sirenen den Titel begleiten und die Gitarre ihren Loop spielt.

Im Anschluss halten Devil-M in Form eines Hidden Tracks noch eine kleine Überraschung parat. Dieser hat eine Spielzeit von elfeinhalb Minuten, von denen knapp acht Minuten mit dumpfen, wabernden Sound ausgefüllt werden. Nach einigen Minuten der Stille, folgt zum Schluss noch abgehackter Industrial-Sound. Kann man mögen, muss man aber nicht.

Fazit

In musikalischer Hinsicht lässt sich an dem Album „Astharat“ von Devil-M nichts aussetzen. Für den ungeübten Devil-M Hörer ist das Werk jedoch auf anderer Ebene sehr verworren und schwer zu verstehen. Somit werden wohl nur wahre Fans der Band deren Intention hinter dem Album in Gänze durchdringen.

Video

Tracklist

01 Requiem of Liturgy (Act 1: The Rising)
02 Requiem of Liturgy (Act 2: The Ceremony)
03 Requiem of Liturgy (Act 3: The Fall)
04 Faszination
05 1000 Augen
06 Marylin Medusa
07 Embryogott
08 Auf Stand
09 Saint Astharat
10 Embryo
11 Gabriel
12 Addendum
13 Third Nostril
14 Hidden Track

Details

Devil-M – Homepage | Devil-M – Facebook

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 28.02.2020
Spielzeit: 55:02

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem