Review

Mit „Unmovable“ debütiert das australische Trio Deth Enemy, das sich klassischen Hardrock auf die Fahne geschrieben hat. Inspiriert von Led Zeppelin, Whitesnake und Co. kehren die Mannen mit ihrer Musik zu den Wurzeln des Rock zurück und zelebrieren diesen auf insgesamt 13 Songs.

Produktionstechnisch adaptieren Deth Enemy auf „Unmovable“ den einstigen Sound der 70er und 80er Jahre für die Neuzeit, belassen den einzelnen Titeln jedoch stets einen gewissen Retro-Charme.
Vor allem gesanglich kommt dieser deutlich zum Ausdruck. Leider ab und an zu deutlich, denn an Hall- und sonstigen Effekten wurde hier nicht gespart, sodass die brillante Leistung von Sänger Al Caiulo, der selbst ein sehr hohes Falsett zu singen versteht, zu oft hinter der „Technik“ zurückbleibt. Diesbezüglich hätte es angesichts seines Organs nicht geschadet, ein wenig mehr Natürlichkeit walten zu lassen, um die Stimme unverfälschter an die Hörer zu transportieren.

Nichtsdestotrotz rocken die Songs auf „Unmovable“ wie die Hölle, doch Achtung! Anwärter auf den heißen Platz an der Seite des Teufels könnten sich die Finger an dem Album verbrennen. Nicht musikalisch, dafür aber lyrisch, denn würde im Vatikan Hardrock gehört werden, wäre Deth Enemy wohl die Band, die zwischen Gebet und Andacht dort zum Zuge kommen würde, so missionarisch und christlich wie sich hier textlich gegeben wird.
Keine Frage, Wasser zu Wein machen, das ist schon ein Talent, was einem heutzutage den Kauf eines billigen Tetrapacks des roten Saftes ersparen würde, und Gottes Sohn zu sein, öffnet sicherlich auch die eine oder andere Tür, doch muss man ihn und all die häufig auf „Unmovable“ erwähnten Engel denn wirklich so ausgeprägt im Hardrock oder auf einem Album manifestieren oder den Teufel dermaßen klischeehaft verteufeln? Ähnlich wie die Ansichten der katholischen Kirche sind die Texte von Deth Enemy aber einfach scheinbar „unmovable“. Pfadfindergruppen und Hardrock Hörer, denen die Texte sowieso egal sind, greifen natürlich zu, diejenigen, die aufs Songwriting achten und denen das Ge- sowie Besungene nicht ganz gleichgültig ist, werden rein lyrisch hier einen leichten Brechreiz oder zumindest ein leichtes Stirnrunzeln bekommen.

Deth Enemy (Copyright: Deth Enemy)

Deth Enemy (Copyright: Deth Enemy)

Musikalisch hingegen legen Deth Enemy mit ihrem Debüt die Messlatte nicht nur für eine folgende Veröffentlichung recht hoch, sondern auch innerhalb der einzelnen Songs auf „Unmovable“. Denn verglichen mit einigen wirklichen Kopfnickern und souverän gezockten Hardrock-Hymnen auf dem Erstwerk fallen belanglosere oder einfacher gestrickte Tracks prompt und viel deutlicher auf. Davon gibt es allerdings nur wenige. Und auch im Balladensektor, dem man unter anderem durch „When an Angel Falls“, das melodisch auch gut auf ein Axel Rudi Pell Balladen-Album gepasst hätte, einen Besuch abstattet, verweilt man immer nur kurz, dafür aber umso zündender.

Trailer

Tracklist

01 C.O.D. (Call of the Devil)
02 One Thousand Years
03 Wicked World
04 When An Angel Falls
05 Dark Side of the Blues
06 The Hammer
07 Disciple
08 Devil’s Playground
09 I Believe in Angels
10 Eternally Blessed
11 Ordinary People
12 Crucifier
13 Open Your Heart

Details

Deth Enemy – Homepage
Deth Enemy – Facebook
Deth Enemy – Twitter

Label: Big Sky Song Records / Al!ve
Vö-Termin: 25.09.2015
Spielzeit: 48:33

Copyright Cover: Big Sky Song Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde