Review

Wer hätte gedacht, dass Despised Icon nach ihrer letzten Tour im Jahre 2010 noch einmal zurückkommen und ihren Hörern neben einigen Konzerten auch noch ein neues Album kredenzen? Gehofft hat es wahrscheinlich jeder, aber sicher konnte man nicht sein. Nun gibt es Klarheit, denn 2016 erscheint über Nuclear Blast das neue Album der Vorzeige-Deathcorer und dieses hört auf den Namen „Beast“.

Die Jungs haben (wieder) Lust, derbe Musik zu machen. Überzeugen kann man sich davon in diversen Musikvideos der Band, welche stets ihre Spielfreude widerspiegeln.
Auch zum Opener der neuen Veröffentlichung, „The Aftermath“, gibt es bereits ein Video und Despised Icon machen bereits an dieser Stelle deutlich, dass ihr Album keinen Raum für Intros oder Vorgeplänkel lässt. Umgehend geht es zur Sache. Beide Frontmänner brüllen sich die Seele aus dem Leib und Alex Grind versucht mit seinem Gravityblast die Temperatur zu erhöhen. Der Sound ist dabei mit dem Album „The Ills Of Modern Man“ vergleichbar; sehr druck- und kraftvoll, dennoch aber natürlich. War „Day of Mourning“ damals noch etwas glattpolierter, ist dieser Schritt durchaus positiv zu werten.

Insgesamt arbeitet die Scheibe viel über Grooves. So kann sich der Hörer in so gut wie jedem Song über nette Deathcore-Breakdowns freuen, die die Hüften kreisen lassen. „Inner Demons“ ist beispielsweise voll davon und kann mit ein paar netten Schlagzeugparts aufwarten.

So frisch und frech wie auf „Day of Mourning“ sind die Songs auf „Beast“ allerdings nicht. Man findet eher einen soliden Nachfolger vor, der schnell und aggressiv ist. Dafür steht die Band seit Jahren und genau das liefern sie ab. Die frische Note bleibt leider aus, obwohl Despised Icon diesbezüglich eigentlich etwas zu bieten haben, wie „Inner Demons“ zeigt, der mit einem recht coolen Riff überzeugt und gerade zur Mitte hin richtig spannend wird.

Despised Icon (Copyright: Charlie Baron | www.charliebaron.ca)

Despised Icon (Copyright: Charlie Baron | www.charliebaron.ca)

Songs wie „Grind Forever“ schlagen wiederum in die Kerbe von „The Healing Process“. Brutal, etwas vertaktet und definitiv immer direkt „in your face“. „Time Bomb“ geht hingegen in die „The Ills of Modern Man“- und „Day of Mourning“-Richtung. Es ist, als würde man aus allen Despised Icon-Alben etwas präsentiert bekommen. Die Riffs sind nur leider nicht so einprägsam wie auf den Vorgängern. Zwar sind sie deshalb nicht schlecht, man benötigt nur deutlich mehr Durchläufe bis sie zünden.

Mit dem Titeltrack endet das Album und liefert damit gleichzeitig einen seiner besten Songs.
Nach 29 Minuten und genau einer Sekunde ist dann Schluss – Grind forever würde ich sagen!

Der erwartete große Wurf bleibt mit „Beast“ aus. Ein solider Nachfolger, der sich gut in die Diskografie einreihen wird, ist das Album dennoch, und wer auf die Band steht, sollte sich definitiv mit ihrem neuen „Beast“ beschäftigen., denn der Silberling wird seinem Namen gerecht, auch wenn die bekannten Twists und Raffinessen ausbleiben.
Despised Icon sind zurück und das gehört gefeiert!

Video

Trackliste

01 The Aftermath
02 Inner Demons
03 Drapeau Noir
04 Bad Vibes
05 Dedicated To Extinction
06 Grind Forever
07 Time Bomb
08 One Last Martini
09 Doomed
10 Beast

Details

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Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 22.07.2016
Spielzeit: 29:01

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Marcus
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