Review

Desert Near The End bringen mit „Hunt For The Sun“ ihr neues Thrash Metal Epos auf den Markt. Sie selbst beschreiben ihre Musik als Heavy-, Epic-, Thrash Metal und das kann man so auch unterschreiben.

Seit 1997 aktiv, kam es jedoch erst 2011 zum ersten Release. Warum? Es gab hier und da ein paar musikalische Diskrepanzen, sodass Mitglieder gingen und neue dazu kamen. Aus ihrer Geschichte hat sich auch ein wenig der derzeitige Bandname gebildet. Wie sieht es aber nun mit „Hunt For The Sun“ aus? Kann das Werk mit seinem Mid-90s Metaleinflüssen heute noch jemanden aus dem Bett scheuchen?

Desert Near The End verstehen ihr Handwerk ziemlich gut. Der Mix aus Thrash und epischem Battlemetal zündet bereits in „Storm On My Side“. Die Riffs sind fix und das Schlagzeug drückt voll aufs Gaspedal. Dabei bleibt die Produktion natürlich und versprüht 90er Charme. Die Doublebass triggert sich angenehm durch die Songs, wohingegen die Snare extrem nach Pre-Metallica klingt. Gitarrist Thanos K. hat keine Angst vor Gitarrensoli oder starken Leads. Das musikalische Level der Jungs aus Athen ist hoch und bleibt über die ganze Platte kontinuierlich oben.

Viele werden die langen Songs vielleicht etwas merkwürdig finden, zumindest für diesen Musikstil, dennoch wissen Desert Near The End die Platte gekonnt zu füllen und die Stücke dürften nicht kürzer sein. Brutalität trifft auf groovige Thrash Parts. „Hunt For The Sun“ ist voll davon.

„Across The River“ ist zum einen ein Anspieltipp für jeden Interessierten und zum anderen erinnert er stark an eine Band: Trivium, allerdings zu ihren „The Crusade“-Zeiten. Des Weiteren stimmt mich der Gesang sowie der Song „Morning Star“ sehr auf In Extremo ein. Oft werden Desert Near The End auch mit Bands wie Manowar, Machine Head oder Blind Guardian in Verbindung gebracht. Irgendwie nehmen sie sich von allen Bands ein paar Elemente und bauen diese in ihr Konstrukt mit ein. Das funktioniert fabelhaft und wirkt nicht abgekupfert.

Der Kurs steht dennoch immer auf kompromisslos und straight. „Angel Of The Deep“ geht dermaßen nach vorne, dass man direkt im Wohnzimmer die Stage aufbauen und die Jungs nach Hause holen möchte. Die Energie kommt auf der Platte super rüber und in Verbindung mit dem guten Songwriting sollten noch mehr Hörer aufmerksam auf ihren neuen Silberling werden. Gerade wer auch auf extremen Metal steht, wird z.B. in „Eastern Path“ damit versorgt, denn hier blastet sich Session Drummer Lithras durch den halben Song.

Desert Near The End (Copyright: Desert Near The End)

Desert Near The End (Copyright: Desert Near The End)

Alexandros Papandreou kann mit seiner Stimme ordentlich überzeugen, denn hier trifft Thrash-Metal-Gebrüll auf männlichen Gesang, der immer im Rahmen bleibt und nie albern rüberkommt.

Gibt es auch etwas Negatives an dieser Scheibe? Einzig, dass man keine Highlights erwarten kann. Das Album läuft richtig gut durch und bleibt konstant hörbar. Doch es gibt keinen Part, der so richtig ihm Ohr bleibt, denn ab und an sind Passagen ähnlich oder haben den gleichen Vibe, weshalb die Innovation fehlt und man oft das Gefühl hat, ein großes und langes Stück zu hören.

Fazit: Desert Near The End machen alles richtig. „Hunt For The Sun“ hat viel Power und macht die 90er wieder salonfähig. Die Musiker beherrschen ihr Handwerk, was sich auch im Mix widerspiegelt. Die Produktion ist natürlich und authentisch. Thrash Fans kommen voll auf ihre Kosten. Dem Umstand, dass die ersten Platten erst so spät nach ihrer Bandgründung erschienen, ist es geschuldet, dass kaum jemand die Bande kennt, aber das sollte sich mit diesem Release ändern.

Video

Trackliste

01 Storm on My Side
02 Across The River
03 A Sunset of Our Own
04 Morning Star
05 Angel Of The Deep
06 Road to Nowhere
07 Eastern Path
08 A Distant Sun

Details

Desert Near the End – Facebook

Label: Total Metal Records / Metal Scrap Records – Homepage
Vö-Termin: 02.02.2015
Spielzeit: 48:40

Copright Cover: Metal Scrap Records



Über den Autor

Marcus
Marcus