Review

Zum 25-jährigen Bestehen gibt es von Depression nach langer Zeit mal wieder ordentlich was auf die Ohren. An dieser Stelle von uns alles Gute. Old but still gold, so erklingt „Die Dunkle Dimension“ aus den Lautsprechern, wenn das Trio mit seiner gewaltigen Kraft aus Grind und Death Metal über jegliche Ohren herunter prasselt.

Und auch jetzt haben Depression nichts von ihrer brachialen Art und der Stärke des Sounds verloren. Besonders die Produktion ist durchweg hörenswert. Alles klingt schön breit und voll, damit „Die Dunkle Dimension“ die Trommelfelle auch angenehm zerschmettert.

Nach dem obligatorisch Stimmung aufbauenden Intro „The Dark Dimension“ (inklusive Rumheulerei) geht es auch schon direkt rein in den Wahnsinn. Die Grind-Maschine steht in „False Apologies“ und „Smiling While You Die“ nie still. Eine penetrante Mischung aus ballernden Drums und Saiten springt dem Hörer buchstäblich entgegen.

Dennoch wäre die Platte zu berechenbar, würde sich aus dem ganzen Krach nicht doch noch die eine oder andere überraschende Passage erheben. In „Hunger“ leben Depression ihren eigenen Humor mit smoothem Death Metal aus. Mit dem selbsternannten Track „Depression“ zeigt sich die Band außerdem, angefangen mit Piano-Klängen, die in ungewohnt weicherem Riffing enden, von ihrer melodischeren Seite.

Trotzdem hat man im Laufe der Platte das Gefühl, dass dem Sound an manchen Stellen irgendwie der Drive fehlt, da sich jegliches Gebolze, egal wie hart, dann doch wiederholt. Anders als beispielsweise beim Album „Dekade(nz)“, auf dem die Titel besonders durch ihren gewissen Biss überzeugen konnten. Außerdem widmen Depression dem Song „Working in The Coalmine“ nicht ein, nicht zwei, sondern gleich fünf Parts. Gleiche Lyrics, anderer Stil. Nichts gegen ein paar knackige Grindcore Songs mit ein wenig stumpfem Humor von ein paar Sekunden, aber hier wirken die Einlagen wie überflüssige Lückenfüller.

Depression (Copyright: Depression)

Depression (Copyright: Depression)

Während das eigentliche Album ganze neunzehn Tracks auffährt, bekommt man danach noch eine Neuauflage der EP „Ein Hauch von Moder“ mit ihren sechs Songs.
Und ab dem Punkt wiegt der Old School-Effekt noch mal eine Spur schwerer und eingefleischte Fans dürfen zum Abschluss ein wenig in Nostalgie schwelgen.

Laut und verrückt, stellenweise dazu noch überraschend frisch klingend – damit überzeugen Depression auf „Die Dunkle Dimension“. Hier sollte auf jeden Fall für jeden was dabei sein, aber überwiegend die Anhänger dieser Truppe dürfen sich dieser Platte erfreuen. Doch im Wesentlichen gilt es, in Deckung zu gehen.

Anspieltipps:
False Apologies / Shred / Amputations For My Rations / Depression / Greet The Corpses / Smiling While You Die

Video

Trackliste

01 The Dark Dimension
02 False Apologies
03 Smiling while you die
04 Working in the coalmine pt. 1
05 Shred
06 Denied Salvation
07 Memorialized
08 Working in the coalmine pt. 2
09 Blame it on yourself
10 A life’s a life (Disrupt Cover)
11 Working in the coalmine pt. 3
12 Hunger
13 Twisted thoughts of Yesterday
14 Working in the coalmine pt. 4
15 Cleansed by Fire
16 No respect
17 Working in the coalmine pt. 5
18 Depression
19 Die Dunkle Dimension
20 Flesh of Mine
21 Infection
22 Dogmatize (Blood Cover)
23 Amputations for my rations
24 Desperation of my Soul
25 Greet the Corpses

Details

Depression – Homepage
Depression – Facebook

Label: Splatter Zombie Records
Vö-Termin:: 15.10.2015
Spielzeit: 46:04

Copyright Cover: Splatter Zombie Records



Über den Autor

Christopher