Review

Es gab auch schon mal positivere Albumtitel. Und kürzere. Die Aussage „Death Touches Us, From The Moment We Begin To Live“ ziert das mittlerweile dritte Album, mit dem die Truppe Departures 2016 an den Start geht. Allzu viel hat sich an ihrem Post-Hardcore-Stil nicht geändert, außer dass es emotional noch mal ein Stück weiter in die Tiefe geht.

Ihr musikalisches Gefühl betreffend haben Departures hier ein wirklich gewaltiges Album geschaffen. Das Konzept der zehn Songs wird sofort klar. Stets geht es nach vorne, wobei melodische Parts an der Tagesordnung stehen.

Müsste man „Death Touches Us, From The Moment We Begin To Live“ einer Farbe zuordnen, wäre sie grau.
Die Arbeit an den Saiteninstrumenten lässt aber zwischendurch schon noch etwas Farbe zu, besonders da man sich nie wirklich auf einseitige Akkorde versteift. Der Sound klingt dynamisch und leicht zugänglich. Die Band kostet hier jeden Ton voll aus.

Während man sich also das gesamte Album über die Kehle wund schreit, weichen Departures nie von ihrem akustischen Weg ab. Es soll immer sehr erschöpft und schleppend klingen. Etwas, das der Musik ihren Charakter verleiht. Tragik und Verzweiflung spielen auch lyrisch eine große Rolle, wirken allerdings nie allzu melodramatisch.

Doch so gut und überzeugend „Death Touches Us, From The Moment We Begin To Live“ auch zunächst wirkt, irgendetwas scheint zu fehlen. Der Band mangelt es auf ihrer aktuellen Platte deutlich an Biss, den sie noch auf den Vorgängern mitbrachten. Es gibt kaum rhythmisch hämmernde Drums oder überhaupt mal ein wenig mehr Energie, die das Ganze so richtig zünden lässt.

Vielmehr scheint der Sound im Laufe des Albums stark zu stagnieren. Die verwaschenen Riffs der Gitarren wirken bald ermüdend und ohne zusätzliche Abwechslung fehlt es den Titeln an nennenswerten Highlights. Im Detail kann man unterscheiden, welche Elemente Departures hier in ihrer Musik verstecken, aber allgemein gesehen kopieren viele Songs den vorherigen.

Departures (Copyright: Departures)

Departures (Copyright: Departures)

Im Endeffekt ist es dann das, was der Platte einen faden Beigeschmack verleiht. Man möchte der Band in ihre Welt folgen, da die Idee hinter dem Werk sicherlich genauso nüchtern wie metaphorisch erscheint. An vielen Stellen schweift der Hörer allerdings zu stark ab und lässt viele generische Passagen einfach von dannen ziehen.

Einen gewissen Reiz kann man dem Album jedoch nicht absprechen. Departures bringen viele Emotionen, Melodie und oft genug einen Halt in die Musik, der sie wieder in den nächsten Höhepunkt treibt. In diesen Momenten zeigen die Jungs, wie man den eigenen Stil authentisch transportieren kann.

Video

Trackliste

01 Sleepless
02 The Last Dance
03 In Colour
04 Waiting
05 Broken
06 Set Adrift
07 Death To Youth
08 Lost
09 1994
10 Memorial

Details

Departures – Facebook

Label: Holy Roar Records
Vö-Termin: 29.07.2016
Spielzeit: 33:23

Copyright Cover: Holy Roar Records



Über den Autor

Christopher