Review

Produzent, Sessionmusiker, Songwriter und Sänger Dennis Hormes lädt mit seinem zweiten Soloalbum zur „Six String Therapy“ ein. Jene sieht für die Hörer zwölf Sitzungen mit einer Durchschnittsdauer von knapp vier Minuten vor und richtet sich (wie der Name bereits sagt) vor allem an Personengruppen, die der rockigen Gitarrenmusik verfallen sind. Doch statt sie von ihrem „Laster“ zu befreien, verstärkt Dennis Hormes selbst bei noch nicht betroffenen Hörerkreisen durch abwechslungsreiche und eingängig-lässige Songs die Symptome.

Zum Einsatz kommen innerhalb seiner „Six String Therapy“ Blues- und klassische Rock-Anwendungen, die die Therapiewürdigen zunächst und kurzfristig ruhigstellen, jedoch gleichzeitig für willkommene Nebenwirkungen wie beispielsweise die eine oder andere Ohrwurmgefahr sorgen.

Dennis Hormes setzt bei Diagnose und Behandlung auf fast schon homöopathische Methoden, denn ganz ungekünstelt und auf Authentizität setzend funktioniert hier alles „handmade“.
Dabei ist es Hormes wichtig, stets selbst Hand anzulegen, sodass alle zwölf Therapiemaßnahmen nicht nur von ihm stammen, er selbst wirkt auch stimmlich und produktionstechnisch auf seine „Patienten“ ein.

Während Hormes an der einen Stelle auf viel Ruhe setzt (u.a. „Here 4 a reason“, „Morning Lights“), setzt er an anderen Stellen auf ganzheitliche Methoden, die den gesamten Körper des Therapierenden – vom Kopfnicken über das Fußmitwippen bis hin zum Haupthaarschütteln – beanspruchen werden.

Dennis Hormes (Copyright: Dennis Hormes)

Dennis Hormes (Copyright: Dennis Hormes)

Die „Six String Therapy“ orientiert sich beinahe ausnahmslos an den Lehren der alten Schule. Klassische Vorgehensweisen scheint Dennis Hormes damit zu präferieren und somit kann auch nicht viel falsch gehen. Einige Male beweist er jedoch auch die Aufgeschlossenheit für moderne, ja fast alternativ-rockige Ansätze – und gerade jene werfen immer wieder ein gutes Licht auf den Therapeuten, der damit Jung und Alt in seinen Patientenstamm aufnehmen kann.

Dass er dabei virtuos alle hier zu hörenden Saiten bedienen kann, steht außer Frage, diesbezüglich blickt das Multitalent auf eine umfangreiche Vita zurück, die ihm nicht nur Plätze auf weit über 40 Tonträgern, sondern zudem einen aktiven Einsatz in weltweiten Live-Kreisen wie z.B. bei Luxuslärm, The Boss Hoss und vielen mehr bescheinigt. Nicht nur in Szenekreisen und bei Mitmusikern ist Dennis Hormes somit kein Geheimtipp mehr, sondern kann vielmehr durch Qualität überzeugen, die eine Weiterempfehlung auch unsererseits nahelegt. Ein Besuch der „Six String Therapy“ ist somit – auch ohne Symptome – ratsam und kann beschwerdefrei genossen werden, wenngleich Therapeut Dennis Hormes zukünftig doch auch mal die eine oder andere Fortbildung für modernere Therapiemaßnahmen besuchen sollte. Seine dies betreffenden Ansätze klingen mehr als vielversprechend und würden die Zahl seiner Behandelten weiter erhöhen.

Preview

Tracklist

01 Six string therapy
02 Heart to squeeze
03 Living a lie
04 I don’t care ‚bout you
05 Fading
06 Here 4 a reason
07 Do you feel alright?
08 Going down
09 Set my condition
10 Morning lights
11 Stronger
12 Cashing up

Details

Dennis Hormes – Facebook

Label: A1 Records / SPV
VÖ-Termin: 24.03.2016
Spielzeit: 46:38

Copyright Cover: A1 Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde