Review

So ihr Flachländer, es geht in die Berge. Genauer gesagt in den wunderschönen Harz, nach Quedlinburg. Dort hat sich 2011 eine Band gegründet, die den Melodic Death Metal wieder nach Deutschland holt. Deliver The Galaxy heißen die Jungs rund um Matthias Mente. Sie selbst bezeichnen ihre Musik als Sci-Fi Metal und da ist auch was dran. Klassischer Melo Death trifft spacige Gitarrensounds mit kräftigem Death Metal Gesang. So ging die Entwicklung ziemlich schnell vonstatten und man machte sich regional sowie überregional einen Namen. Was macht die Mannen aber so interessant?

Sofort im Ohr bleibt die pure Welle an klassischem Melo Death, der nicht in irgendwelche Metalcore Ecken driftet, sondern straight bleibt. So finden sich zweistimmige Gitarren wieder oder Leads, die die Gesangsmelodie imitieren.
Zum anderen fällt das solide Grundtempo auf. Deliver The Galaxy drehen das Tempo nicht auf, sondern grooven über die gesamte Platte nur so dahin.

Hinter dem gesamten „Project Earth“-Thema haben sich die Jungs auch Gedanken um ihren Sci-Fi Metal gemacht, denn die Texte und die Grundstimmung versetzt den Hörer ins All im Jahre 5010. Das Konzept überzeugt und erfreut das Underground Herz, denn so viel Backgroundstory hinter einer Band findet man selten.

Kommen wir aber nun zum Sound. Dieser ist recht ausgewogen und drückt ordentlich. Er lässt allerdings auch Platz für die guten und straighten Gitarrenriffs. Versteht mich nicht falsch, Deliver The Galaxy „liefern“ hier keinen Tech Death, sondern wirklich gut gemachten, tighten Melo Death mit ordentlich Death Metal-Einschlag. Der Kopf kreist sofort mit und man möchte in ein Raumschiff steigen, ab zu den Sternen … wobei uns da bestimmt galaktische Kämpfe erwarten.

Zudem bemerkt man ein Gespür für gute Songstrukturen und catchy Riffs. Allein der Opener „Project Earth“ bleibt sofort im Kopf und kann bedenkenlos öfter gehört werden.

„Rearrange“ ist der zweite Song, der sich ebenso im Ohr festsetzt. Wirklich grandios. Ich bin eigentlich kein Freund von so viel Melodik, aber die Verpackung stimmt hier ganz einfach.

Deliver The Galaxy (Copyright: Deliver The Galaxy)

Deliver The Galaxy (Copyright: Deliver The Galaxy)

In „Unknown Faith“ wird es außerdem mal etwas rockiger, was das Image ein wenig aufbricht.
Für Abwechslung ist also gesorgt, denn der eine oder andere catchy Breakdown oder Modern Metal Part verirrt sich auf die Platte.

Einziger Wermutstropfen: der Schlagzeugsound hätte viel natürlicher kommen können. Allgemein hat die Scheibe einen recht rohen Sound, was den Death Anteil untermalt. Leider klingt das Schlagzeug sehr nach Trigger bzw. PC-Arbeit. Gitarren- sowie Gesangssound können aber überzeugen.

Fazit: Deliver The Galaxy verblüffen. Dass solch guter Melodic Death Metal aus dem Harz kommen kann, hätte nun keiner gedacht. Wir finden es super, dass sich junge Bands diesem Musikstil verschreiben. Nicht wenige wollen brutal und schnell sein. Deliver The Galaxy hält jenen den nackten Arsch ins Gesicht und sie ziehen ihr Ding durch. Melodic Death Metal Fans der alten Schule müssen unbedingt in „Project Earth“ reinhören, denn Matze und seine Jungs verdienen es, größer zu werden und nicht nur in ganz Deutschland zu spielen.

Video

Tracklist

01 Project Earth
02 Rearrange
03 I Am
04 Last Breath
05 Unknown Faith
06 Convicted
07 Interrupdead
08 Surrounded
09 End Of Beginning

Details

Deliver The Galaxy – Facebook

Label: Self Release
Vö-Termin: 23.09.2014
Spielzeit: 38:03

Copyright Cover: Deliver The Galaxy



Über den Autor

Marcus
Marcus