Review

Nach einem kurzen Intro, welches einen auf das Kommende vorbereiten soll, startet das Album „The perfect Cult“ von den Deathstars mit dem aggressiven Knaller „Explode“. Dieser bietet nicht viel Neues, man könnte sogar fast meinen, es handelt sich um einen englischen Track von Eisbrecher, funktioniert aber durchaus. Insbesondere der Refrain ist sehr eingängig und bleibt schnell im Ohr.

„Fire Galore“, der nun folgende Titel, bietet uns abermals ein diesmal recht verspieltes Intro, welches jäh von harten Gitarrenklängen unterbrochen wird. Ab diesem Moment wird „Fire Galore“ wirklich interessant, denn auf ein recht ruppiges Soundbett, welches immer wieder von ansprechenden Melodien durchbrochen wird, wurde ein konträr gehaltener, durchgehend melodischer Gesang gelegt. Diese Herangehensweise funktioniert sehr gut, wird von einem perfekten Refrain aber noch getoppt.

„All the Devil’s Toys“ – ein richtiger Ohrwurm – wurde ja bereits vor Veröffentlichung dieses Albums als Single veröffentlicht. Dieser Song überzeugt auf ganzer Länge, es passt wirklich alles, jedoch beinhaltet diese Nummer auch kaum Elemente, die man nicht so oder so ähnlich schon einmal woanders gehört hat. Dies ist aber nicht sonderlich schlimm, denn letztendlich ist der Song schlicht geil.

Der titelgebende Track „The perfect Cult“ knallt fast sofort druckvoll aus den Boxen und startet mit melodischen Keyboardklängen, die mit harten Gitarrensounds um die akustische Vorherrschaft kämpfen. Mit dem Einsatz der Vocals nimmt aber auch die Instrumentendichte zu, sodass es schwerfällt, einzelne Elemente herauszuhören. Das ist offensichtlich ohnehin nicht gewollt, da der Gesang sehr weit im Vordergrund steht und die Instrumente stark überlagert. Das verleiht „The perfect Cult“ eine große Härte, was ziemlich gut kommt.

Deathstars (Copyright: Deathstars)

Deathstars (Copyright: Deathstars)

Insbesondere der genial inszenierte Refrain ist es, der „Asphalt Wings“ zum heimlichen Hit dieser Scheibe macht. Diese Nummer bleibt sofort im Kopf und setzt sich dort erst mal für eine lange Zeit fest. Zudem kann man „Asphalt Wings“ durchaus bereits jetzt ein gewaltiges Livepotenzial prognostizieren. Hier besteht große Gefahr, dass man das Abspielgerät seiner Wahl erst einmal auf „Repeat Song“ stellt, um „Asphalt Wings“ diverse Durchläufe zu gewähren; dies kann man auch gefahrlos tun, denn langweilig wird dieser Song nicht.

„The perfect Cult“ von den Deathstars ist ein Album, bei dem im Grunde wirklich alles stimmt. Es gibt keine Füller, jeder Track hat eine absolute Daseinsberechtigung und fügt sich gut ins Gesamtkonzept ein. Dadurch kann man mit Fug und Recht behaupten, dass diese Scheibe von Anfang bis Ende wirklich gut klingt. Allerdings sind die Deathstars jetzt auch nicht unbedingt die Meister der Innovation, denn man findet dergleichen kaum – stilistisch ist alles schon einmal da gewesen. Dennoch verpassen die Deathstars jedem Song einen eigenen Stempel, sodass ein Wiedererkennungswert gegeben ist. Das liegt vor allem am für diese Band typischen Gesang.

Video

Tracklist

01 Explode
02 Fire Galore
03 All The Devil’s Toys
04 Ghost Reviver
05 The Perfect Cult
06 Asphalt Wings
07 Bodies
08 Temple Of The Insects
09 Track, Crush & Prevail
10 Noise Cuts

Details

Deathstars – Homepage
Deathstars – Facebook
Deathstars – Twitter

Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 13.06.2014
Spielzeit: 43:00 Minuten

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde