Review

Wenn sich eine Band deutlich abwechslungsreicher ausdrücken möchte, als nur mit oder in einem Genre, dann greift sie auf vereinzelte Elemente weiterer Stilrichtungen zurück. So auch die Günzburger Band Deathless Creation, die ihre Songs auf einem soliden Thrash Metal Grundgerüst aufbaut, diesem aber weitere Streben in Form von Rock ’n‘ Roll und Blues Rock der 60er/70er Jahre und sogar Garage Rock hinzufügt. Entsprechend passend nennt man das Debütalbum dann gleich „Thrash N Roll“.

Was dann jedoch überrascht, ist, dass die stilistische Ausrichtung zwar durchaus energetisch und frisch aus den Boxen erschallt, sich die Songs jedoch beim zunächst oberflächlichen ersten Hördurchlauf nur unwesentlich voneinander unterscheiden. Wollen sich Deathless Creation also ohne Grenzen musikalisch ausgedrückt wissen, weisen sie sich gerade dadurch dann doch in die eigenen Schranken.

Doch kommen wir zu den positiven Eigenschaften der CD „Thrash N Roll“, denn jene lassen schon bald den Gleichklang in den Hintergrund treten.
Zu verdanken ist dies vor allem der hervorragenden handwerklichen Arbeit des Quartetts. Die Riffs sitzen, konzentrieren sich auf das Wesentliche und bringen damit die Songs auf den Punkt. Ob in Soli oder in sleazen Grooveparts, die Breitseite der Gitarrenfront überzeugt.
Das Können an den Drums wiederum brilliert durch Finessen in der Spielweise, die teilweise prompt im Gehörgang des Konsumenten ankommen, sich teils jedoch erst nach mehrmaligem Hören offenbaren. Ein genaues Hinhören lohnt sich diesbezüglich also definitiv.
Der Basssound wirkt zuweilen ein wenig vernachlässigt und geht im knallharten, kompromisslosen Spiel der Gitarren und des Schlagzeugs etwas unter, jenes kompensiert dies jedoch ganz solide.

Im Mittelpunkt des Ganzen steht allerdings der Gesang. Und Benne Rommel, der neben dem Mikro gleichzeitig auch noch eine der Gitarren bedient, hat seine Stimmbänder scheinbar vor den Studioaufnahmen gut geölt, denn andernfalls fragt man sich, wie er es sonst schafft, über die Spielzeit von 47 Minuten sein Organ derart zu strapazieren.

Deathless Creation (Copyright: Deathless Creation)

Deathless Creation (Copyright: Deathless Creation)

Im positiven Sinne stets am Limit schreit, singt und growlt er sich durch die zwölf Songs des Albums „Thrash ‚N‘ Roll“. Es wird eine persönliche Geschmacksfrage sein, mit welcher gesanglichen Stilistik Rommel am besten gefällt, unumstritten weist der Sänger jedoch eine Vielseitigkeit auf, die der CD gut bekommt. Obwohl (oder gerade weil) das Rotzig-Schreiende aus seiner Kehle dominiert und zudem am treffendsten zum Gesamtsound auf „Thrash N Roll“ passt, wirken die „Klargesangspassagen“ doch umso angenehmer und bringen zusätzlich ein wenig Verschnaufpausen ein.

Denn wenn „Thrash N Roll“ eins ist, dann mitten ins Gesicht. Voller Energie, Spielfreude und ungebrochener Dynamik zocken Deathless Creation ihren „Independent Metal“ in einer Konsequenz herunter, dass sich der Hörer dem Sog des Albums nicht entziehen kann. Die neuen Songs machen daher bestimmt auch live eine Menge her. Was Deathless Creation jedoch fehlt, sind Songs, die auch für längere Zeit – und nicht nur während des Hörens – im Ohr bleiben.

Video

Tracklist

01 Stigma Of Degeneration
02 Personal Hell
03 As Long As Theres A God
04 Reinvention
05 King Of The Lonesome Riders
06 Dominate
07 Break The Silence
08 Temptation
09 Endless Source Of Power
10 Escape The Prison
11 I Am The Devil
12 The Last War

Details

Deathless Creation – Homepage
Deathless Creation – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 25.09.2015
Spielzeit: 47:00

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde