Review

Werft die Rasierer in den Müll, verbrennt das Deodorant und öffnet euch ein Bier. „Black Magick Boogieland“ der niederländischen Band Death Alley wird den Testosteronspiegel in sowohl männlichen als auch weiblichen Wesen ansteigen lassen. Und bei so einem Cover muss man schon hart auf Magic Mushrooms sein, etwas was der psychedelische Rock der Platte auch noch deutlich unterstreicht. Dabei zeigen Death Alley ihre Vorliebe für die alte Schule.

Und gleich nach dem Opener „Under Over“ wird klar, auf was für eine Fahrt man sich hier eingelassen hat. Fast die gesamte Zeit über geht es polternd nach vorne. Und für den Hörgenuss dürfen natürlich die catchigen Riffs nicht fehlen. Diese Art von Gitarren, die man am liebsten mit der Luftgitarre nachspielen möchte. Die Drums sind unnachgiebig und der Bass rollt mit einem unheilvollen Groove darüber.

So fesselnd wie Hard Rock und so umbarmherzig wie Heavy Metal kommen Death Alley daher. Dazu klingen die Melodien stets ein wenig, als würde man im gelben U-Boot über den Regenbogen fliegen, während Einhörner aus den purpurnen Flüssen springen. Hinzu kommt, dass „Black Magick Boogieland“ den Hörer kaum in eingängige Rhythmen verharren lässt, sondern die voranstürmenden Strukturen gerne etwas aufbrechen.
Fehlen dürfen natürlich auch die obligatorischen Soli nicht; oft effektvoll untermalt mit Wah Wah-Pedalen und glühend heiß gespielten Saiten. Besonders im letzten Song „Supernatural Predator“ hat man sich ihnen noch mal ordentlich gewidmet. Dort wird man am Schluss des zwölfminütigen Titels mit Riffs und Licks nur so überschüttet. Zwischendurch kommen ein paar nette Kompositionen bei rum, aber auf Dauer wirkt das Ganze dann doch etwas zu extrem.

Death Alley (Copyright: Death Alley)

Death Alley (Copyright: Death Alley)

Als wäre das noch nicht genug, sorgt der Gesang dann noch für den letzten Schliff; sehr druckvoll und gleichermaßen roh wie auch klar. Wenn sich dann noch die Stimmen aus den höheren Bereichen dazugesellen, ist der Old School Faktor endgültig erreicht.
Die Lyrics sind zwar etwas klischeebehaftet, aber das fällt unter all der Energie, mit der sie vorgetragen werden, kaum weiter auf.

Es ist zwar so, dass Death Alley sich Mühe geben, ihre Musik noch etwas aktuell klingen zu lassen, aber mir persönlich wäre etwas mehr Anlehnung an die Moderne sehr gelegen gekommen. Besonders weil sich die Aufbauten der Songs und Riffs untereinander manchmal doch ähneln. Die Tatsache, dass man so etwas auch noch von Bands vergangener Tage kennt, macht das Ganze dann auch nicht wirklich besser. Allerdings kommt auf „Black Magick Boogieland“ manchmal der smoothe Groove des Blues-Rock zum Vorschein und dann wird es recht schwer, sich nicht in den Sound der Band einzufinden.

Dieses Album mag seine Schwächen haben, aber indem es einfach so verdammt mitreißend klingt, lässt es diese schnell zu Kleinigkeiten werden. Für das tägliche Training der Nackenmuskulatur mehr als nur eine Empfehlung. Death Alley überzeugen hauptsächlich durch ihr gesamtes Auftreten. Unverfälscht und mit einer Menge Unterhaltung gehen sie ihre Musik an.

Video

Trackliste

01 Over Under
02 Black Magick Boogieland
03 Bewildered Eyes
04 The Fever
05 Golden Fields Of Love
06 Stalk Eyed
07 Dead Man’s Bones
08 Supernatural Predator

Details

Death Alley – Homepage
Death Alley – Facebook

Label: Tee Pee Records / Soulfood
Vö-Termin: 22.05.2015
Spielzeit: 40:54

Copright Cover: Tee Pee Records



Über den Autor

Christopher