Review

Mit „Beyond.Desire“ melden sich Dead Leaf Echo nach dem Silberling „Thought And Language“ mit ihrem zweiten Full-Length-Album zurück. Abermals frönt die Band aus Brooklyn darauf einer Stilkombination aus Shoegaze, Dream Pop und New Wave. Atmosphäre soll demnach erwartungsgemäß großgeschrieben werden und so steigt das Quartett auch mit einem stimmungsvollen Intro namens „Desire“ in das Werk ein.

Was „Desire“ an Atmosphäre und Neugier auf den weiteren Albumverlauf aufbaut, endet jedoch sehr abrupt und findet zudem keinen gelungenen, harmonischen Übergang zum Nachfolgetrack „Temple“.

Der besitzt hingegen die Zutaten von Dead Leaf Echo, die auch in den anschließenden Titeln immer wieder zum Einsatz kommen: repetitive Strukturen, melodische und Melodien aufbrechende Klangwelten, einen deutlichen Shoegaze- und Wave-Touch, einen zeitlosen Retro-Sound, der den Charme einer vergangenen Musikepoche in die Gegenwart bringt, Reverb-Gitarren – und in diesem Fall erneut ein allzu abgebrochenes Ende, das den Übergang zum mit einer Rückkopplung startenden Folgesong „Strawberry.Skin“ nur bedingt schafft.

Etwas sphärischer geht es in „Lemonheart“ zu, in dem der Gesang sehr sanft ertönt und eher hintergründig platziert wird. Auch „Tear.The.Heart.In.Two“ schielt verstärkt in die Dream Pop-Ecke. Durch die permanenten Gitarren besitzt der Song jedoch einen teils (ver)störenden Charakter, der ein gänzliches Eintauchen in den Titel verhindert.
Es bleibt festzustellen: Träumen ja, sich in einen Song verlieren zu können, funktioniert auf „Beyond.Desire“ aber nicht.

Dead Leaf Echo (Copyright: Drew Reynolds)

Insgesamt bieten Dead Leaf Echo außerdem zu wenig Abwechslung auf ihrem Album. Leichte gesangliche Variationen oder aufgebrochene melodische Strukturen bleiben diesbezüglich die einzigen Highlights.
Sowohl die Stimmung des Albums als auch der Stil hätten in dieser Hinsicht weit mehr Möglichkeiten und Spielraum geboten; ein Kritikpunkt, den sich bereits das Vorgängeralbum gefallen lassen musste.

Wer hier kein Fan von der Band oder ihren bevorzugt kombinierten Genres ist, bei dem könnte schnell Langeweile aufkommen. Dead Leaf Echo-Anhänger dürfen hingegen gerne einen Stern zu unserer Wertung addieren.

Video

Tracklist

01 Desire
02 Temple
03 Strawberry.Skin
04 Lemonheart
05 Tear.The.Heart.In.Two
06 Beyond.Desire
07 Couldancing
08 Sunlessoul
09 Drifting.Inside
10 It’s.Starting.To.Happen

Details

Dead Leaf Echo – Homepage
Dead Leaf Echo – Facebook

Label: Reptile Music / Moon SoundsAltone
Vö-Termin: 09.03.2018
Spielzeit: 44:18

Copyright Cover: Reptile Music



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde