Review

Mit dem viel gelobten dritten Studioalbum „New Awakening“ sind die Hörer von Days Of Jupiter derart verwöhnt worden, dass die Erwartungen an das aktuelle Werk „Panoptical“ äußerst hoch sind und dieses schon einiges bieten muss, um an den einst erzielten Erfolg und die guten Kritiken anzuknüpfen. Versuchen möchten die Schweden dies nun mit zwölf neuen Songs.

Vielschichtigkeit auf Kosten von Melodiestärke und Hooks

Obschon die ersten Tracks des Albums sehr gut sind, lässt der erste richtige Hit zunächst auf sich warten und folgt schließlich an vierter Stelle mit „Why“, zu dem auch ein Lyric Video im Vorfeld veröffentlicht wurde.

Dass die davor platzierten Titel zwar überzeugen, aber nicht so eingängig daherkommen, liegt insbesondere daran, dass Days Of Jupiter sehr viel in diese Songs packen. Teilweise so viel, dass sogar dezente progressive Strukturen erahnbar sind. Die von der Band bekannte Melodiestärke und Hooks wurden zugunsten der Vielschichtigkeit eines Titels somit eher vernachlässigt. Ferner wird dabei die Chance vertan, jene Titel zielsicherer auf den Punkt zu bringen. Vielmehr ergeht sich die Band in Soli, ausufernden Zwischenparts und mehrstimmigen Gesangspassagen, die des Öfteren eine extra Stellung einnehmen, statt sich harmonischer in einen Song zu integrieren.

Kritikpunkt: Ballade

An kernigem Rock und Metal-Anleihen lassen besagte Songs jedoch nichts vermissen. Schade nur, dass mit „Black Hole“ eine Akustikballade ihren Platz auf dem Album gefunden hat, die weder die gewünschten Emotionen an die Hörer transportieren kann, noch die Kritikpunkte am Vorgänger ausmerzen kann. Es zeigt sich erneut, dass sich Days Of Jupiter genau dann von ihrer stärksten Seite präsentieren, wenn es härter, energiegeladener und lauter zugeht. Die leisen Töne in „Black Hole“ sorgen stattdessen auf „Panoptical“ dafür, dass das Album kurzweilig an seinem bis dato vorhandenem Schwung verliert. Und es dauert, bis jener wieder auf hohem Niveau zurückgewonnen werden kann.

Es geht auch anders

Days Of Jupiter (Copyright: Days Of Jupiter)

Dass eine Ballade nicht unbedingt den Untergang für Band und Album bedeuten muss, lässt allerdings „Shallow Side“ erkennen. Hier gelingt es, die Spannung aufrechtzuerhalten, erzeugt u.a. durch Rhythmus- und Melodiewechsel. Das kommt auch der emotionalen Seite des Songs zugute, von der nunmehr auch die Hörer nicht unberührt bleiben.

Einen gelungenen Abschluss findet „Panoptical“ mit den Songs „Nine Tons Of Lies“ und „Thieves And Legends“. War phasenweise die Luft aus dem Album raus, gewinnt man sie hier durch locker gespielten Melodic Rock zurück. Damit schließen Days Of Jupiter den Kreis zu einem starken Beginn ihres Albums und hinterlassen trotz der kleinen Kritikpunkte einen bleibenden und vor allem guten Eindruck.

„Panoptical“, angenehm durch die saubere, moderne Produktion zu hören, begeistert letztlich zwar nicht ganz so wie sein Vorgänger „New Awakening“, macht insgesamt aber auch wenig falsch und sollte Melodic Rock/Metal Fans durchaus zusagen.

Video

Tracklist

01 Swallow
02 We All Die Young
03 I Am Fuel
04 Why
05 Panoptical
06 Black Hole
07 Sons Of War
08 The End Will Begin Again
09 Edge Of Everything
10 Shallow Side
11 Nine Tons Of Lies
12 Thieves And Legends

Details

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Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 26.10.2018
Spielzeit: 52:31

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde