Review

EPs sind ja immer so eine Sache für sich. Mal kommen sie prall gefüllt in Albumlänge daher, mal finden sich nur wenige Titel oder gar Remixversionen auf einem derartigen Silberling. Die einen dienen als Appetizer für Kommendes, die anderen könnten als Lückenfüller zwischen vergangenen und neuen Alben, veröffentlicht aus kommerziellen Gründen, angesehen werden. Nichts davon trifft auf „Providence“ zu, der EP von Rocktruppe Darkhaus.

Diese tourten in jüngster Vergangenheit zur Genüge durch zahlreiche Städte und Dörfer und trotz des Touralltags und -stresses fanden sie Zeit, neue Songs zu kreieren. Ihre Fans sollten jedoch nicht erst auf genügend Material für ein Vollwerk warten, sodass man kurzerhand sechs Titel schon jetzt – eben als EP und damit auf „Providence“ – präsentiert.

Passend zu dieser Entstehungsgeschichte findet sich auf „Providence“ eine Liveaufnahme des Songs „Drive“ wieder.
Und obwohl der Rundling von Darkhaus vielleicht nicht unbedingt durch Quantität auffällt, so doch durch Qualität, die jener ihres Debüts „My Only Shelter“ in nichts nachsteht, dafür aber die etwas rauere Seite der Band betont.

Mit entsprechend hartem Riffing starten Darkhaus daher durch den Ohrwurm „The Fire Within“ ihre EP. Auch die elektronischen Elemente sind derart arrangiert, dass die damit einhergehende Kühle sehr warm erscheint, sodass sich diese Zugaben harmonisch in den Gesamtsound integrieren. „The Fire Within“ gefällt auf Anhieb und bleibt nachhaltig im Ohr.

Dem steht auch Folgesong „Side Effect Of Love“ in nichts nach. Bei so viel gutem neuen Songmaterial muss die Entscheidung schwergefallen sein, zu welchem Titel man ein Musikvideo produzieren möchte. Die Wahl fiel auf „Side Effect Of Love“ und dessen gelungene Entwicklung von fast schon balladesken Tönen hin zum mitreißenden, treibenden Refrain rechtfertigt diesen Entschluss.

Ein weiteres Highlight schließt sich mit dem Titeltrack an. „Providence“ gibt zwar nicht so viel Gas wie beispielsweise „Side Effect Of Love“, strotzt jedoch dennoch vor Energie und Dynamik. Ein hartes Gitarrenspiel, wie man es u.a. auch von Bands wie Eisbrecher und Co. kennt, zieht sich durch den Track, der vor allem durch die Stimme von Sänger Ken Hanlon an Profil gewinnt.

Vom Gesang getragen wird außerdem das folgende „Throwing Away“, eine balladeske Nummer, die an dieser Stelle gut platziert ist und all jene bedient, die Rockballaden mögen.

Hanlon ist es auch, der Darkhaus, gemeinsam mit ihrem Händchen für gelungenes Songwriting, das aus jeder Nummer einen Ohrwurm macht, ihren Wiedererkennungswert einbringt. Das Talent und Können jedes einzelnen hier agierenden erfahrenen Musikers wird gebündelt und es entsteht eine Band, die im Rock- und Alternativebereich beachtet gehört.

Darkhaus (Copyright: Franz Schepers)

Darkhaus (Copyright: Franz Schepers)

Logisch, dass alle Songs durch die hohe Melodiosität ein immenses Livepotenzial besitzen, und „Drive“ zeigt schließlich, wie sich das in der Praxis anhören würde. Aufgenommen bei einem Konzert in Köln überrascht zunächst die Soundqualität der Liveaufnahme. Während zu Beginn die Liveatmosphäre noch spürbar ist, hört man „Drive“ anschließend kaum an, dass es sich dabei um keine Studioproduktion handelt. Dies liegt zum einen sicherlich an einer etwaigen Nachbearbeitung, zum anderen (und hauptsächlich) aber daran, dass die Band einfach auf die Bühne gehört und weiß, was sie dort tut. Ein Grund mehr, ein Konzert des Quintetts mal (oder wieder) zu besuchen.

„Providence“ wird abgeschlossen mit einer Akustikversion des Songs „Life Worth Living“ und es bleibt zu sagen, dass Darkhaus gut daran getan haben, ihre neuen musikalischen Ergüsse schon jetzt unters Volk zu bringen. Für diese nette Geste und die überzeugenden Titel zücken wir die Höchstpunktzahl.
Die EP ist mit ihren sechs Songs zwar recht kurzweilig und daher viel zu schnell am Ende angelangt, die gelungenen Tracks laden aber zum umgehenden Wiederhören ein und bleiben lange interessant.

Video

Tracklist

01 The Fire Within
02 Side Effect Of Love
03 Providence
04 Throwing Away
05 Drive (Live in Cologne)
06 Life Worth Living (Orig. Acoustic Version)

Details

Darkhaus – Homepage
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Label: Oblivion / SPV
Vö-Termin: 27.03.2015
Spielzeit: 23:39

Copyright Cover: Oblivion / SPV



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde