Review

Dalton machen da weiter, wo sie durch die Grungephase, die in den frühen 90ern schließlich zum Bruch der schwedischen Band führte, geendet haben. Und zwar mit ihrem damals nicht zustande gekommenen dritten Album. Dieses trägt jetzt den Namen „Pit Stop“ und erdet das Quintett abermals im Melodic Rock, der auch Elemente des Classic Rock und AOR aufblitzen lässt.

In elf Songs lassen Dalton den Spirit des 80er Jahre Rock wieder aufleben und erinnern sowohl an Bands wie Europe und Treat (Letztere wundern nicht, war doch Mats Dahlberg, Gründer von Dalton, einstiger Schlagzeuger dieser Band) als auch mit ihren härteren Nummern sporadisch an AC/DC, wie zum Beispiel das Intro zu „Ready Or Not“ oder insbesondere der Gesang im Song „TGIF“ zeigen.
Stets steht melodischer Hair Metal auf dem Programm, und hört man sich so durch die Scheibe, glaubt man gar nicht, dass die Wurzeln der Band bereits in die 80er Jahre zurückreichen, denn der Gesang inklusive der Backingvocals hört sich – vor allem in den höheren Tonlagen – noch sehr „jung“ an. Die Zeit scheint für Dalton also regelrecht stillgestanden zu haben und wird mit „Pit Stop“ nun wieder zum Leben erweckt.

Wie man es von schwedischen Bands kennt, machen sie in Sachen Melodiestärke keine Gefangenen. Entsprechend fallen die Tracks auf „Pit Stop“ sehr eingängig aus. Wenn auch kein Song sein Potenzial zum Ohrwurm entfalten will, sorgen die Titel doch zumindest für die Dauer des Hörens für Gefallen.

Allerdings gibt es wenig Überraschungen auf „Pit Stop“. Ein zielführendes Songwriting, bekannte, simple Lyrics und teilweise sehr beliebige Lieder, die nicht viel Neues bieten, vereinen Dalton auf ihrem Album.
Dies alles führen sie aber in Perfektion aus, denn obwohl hier keine Innovationen zu erwarten sind, zünden die Songs doch allemal. Sie versprühen Spielfreude und verbreiten daher gute Laune beim Hörer. Dabei geben sie sich radio- sowie stadiontauglich.

Dalton (Copyright: Dalton)

Dalton (Copyright: Dalton)

Zu verdanken ist dies einer sauberen Produktion, die in ihrer Klarheit den 80er Touch in ein modernes Gewand hüllt, ohne seine Charakteristika zu zerstören.
Auch die Keyboardspuren wurden deutlich, aber nicht zu dominant herausgearbeitet. Mal intensiver, mal eher dezenter zu vernehmen, verleihen sie den Songs auf „Pit Stop“ das gewisse Etwas und erinnern in einem Track wie „Ready Or Not“ auch schon mal an Hammond-Orgel-Klänge.

Man kann abschließend nicht sagen, dass Dalton auf „Pit Stop“ viel falsch gemacht haben. Im Grunde ist das Gegenteil der Fall. Allerdings gelingt ihnen mit dem Album auch nicht gerade der große Wurf, auf den man seit Bandauflösung gewartet hat. Fans der Band werden sich sicherlich über ein Lebenszeichen freuen und vermutlich kritiklos am neuen Werk Gefallen finden. Fans des melodischen Rock im klassischen Stil dürfen auch ein Ohr riskieren. Für alle anderen wird Dalton jedoch nur eine Band sein, die ihr Comeback gestartet hat und sich damit in die Reihe zahlreicher weiterer Bands jener Zeit einreiht.

Video

Tracklist

01 Ready Or Not
02 Hey You
03 Don’t Tell Me Lies
04 Follow Your Dreams
05 Up & Down
06 Bad Love
07 One Voice
08 Here We Are
09 Something For The Pain
10 50/50
11 TGIF

Details

Dalton – Facebook

Label: Frontiers Records
Vö-Termin: 17.10.2014
Spielzeit: 42:21

Copyright Cover: Frontiers Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde