Review

Die musikalische Reise von DaGeist führte das französische Duo von zahlreichen Konzerten in der Heimat und Belgien hin zum deutschen Label Danse Macabre. Dort angekommen richtet sich das Projekt häuslich ein und veröffentlicht sein Debütalbum „40“.

Mit knapp 38 Minuten spiegelt der Titel in etwa die Laufzeit des acht Songs umfassenden Erstlingswerks wider, das seine Einflüsse aus dem New, Cold und Darkwave zieht, darüber hinaus gerne auch mal Richtung Post Punk und Synthpop blinzelt. Klingt nach einer Scheibe, die längst vergangene Zeiten wiederbelebt, und das tun DaGeist auch, allerdings in einem äußerst modernen Soundgewand.

Verstörend und diffus eröffnet „Lake of Love“ (feat. Blank) mit elektronischem Intro das Album. Dass DaGeist jedoch ihre Elektronik strukturiert, überlegt und geradezu intelligent in ihre Titel integrieren können, zeigen nicht nur die folgenden Spielminuten des Titels, sondern auch die weiteren Songs auf „40“.

Zwischen Tanzbarkeit und Melancholie pendeln sich die Songs ein und befriedigen damit sowohl die Bedürfnisse nach Bewegung als auch nach schwelgerischem Hörgenuss. Ebenso kommen Electro-Fans wie Gitarren-Freunde auf ihre Kosten, denn an letzteren mangelt es bei all den künstlich erzeugten Klanglandschaften nicht, wie „Stereo“ beispielsweise gekonnt aufzeigt.

Ob Gitarren, ein wummernder Bass oder ausgefeilte Synthies – DaGeist kombinieren alle Elemente ihrer Musik zu einem harmonischen Ganzen. Nur selten verpassen sie es, die Loops und repetitiven Phasen nicht zu übertrieben auszureizen. Wenn dies doch einmal geschieht, verhelfen Eingängigkeit und Melodiestärke dem Titel, das Ruder wieder herumzureißen. Gleichzeitig bedeutet dies, dass einige Tracks akzentuierter ausgefallen sind als andere. So lebt „Amazing“ von eher monoton gehaltenen Wiederholungsphasen, während „Demon’s Time“ – stark orientiert an die 80er – deutlich mehr Dynamik besitzt.

DaGeist (Copyright: DaGeist)

Insgesamt kann der letzte Abschnitt von „40“ mit den Titeln „Demon’s Time“, „Trash Disco“ und „Comon“ auf ganzer Linie überzeugen und stellt den Beginn des Albums damit ein wenig in den Schatten.
Positiv formuliert weiß sich DaGeist mit jedem Track zu steigern und serviert gerade zum Abschluss noch einmal Tracks, die sowohl im Ohr bleiben als auch das Projekt im Gedächtnis des Hörers manifestieren.

Somit liegt mit „40“ ein vielversprechendes Debüt vor, das nicht nur von Fans der erwähnten Genres, sondern ebenso von allen Liebhabern des seichteren, aber nicht minder tanzbaren Electros im Auge behalten werden sollte.

Video

Tracklist

01 Lake Of Love (feat. Blank)
02 In My City
03 Stereo
04 Amazing
05 No One Is Innocent
06 Demon’s Time
07 Trash Disco
08 Comon

Details

DaGeist – Facebook

Label: Danse Macabre
Vö-Termin: 02.12.2016
Spielzeit: 38:54

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde