Review

2011 gegründet, 2013 mit der EP „Victimized“ debütiert und 2018 mit einer neuen EP am Start – die Rede ist von der Band Currents, die letztes Jahr im Dezember über Sharptone Records ihren kompakten Silberling namens „I Let The Devil In“ auf die Metalcore-Gemeinde losließ.

„I Let The Devil In“ kommt also im djentigen Metalcore-Gewand daher und ist stellenweise ein ziemlicher Brecher.

Die Songs

Schon beim Opener „Into Despair“ haben sich die Jungs aus Amerika richtig Mühe gegeben. Mit Blastbeats und derbem Djent-Riffing wird hier Vollgas gegeben. Vor allem die Strophen tun es den Hörern so richtig an. Brachiale Härte trifft auf melodische Melancholie – Growl-Breakdown inklusive. Wenngleich der Song soundtechnisch etwas dünn beginnt, gewinnt er doch im weiteren Verlauf an Bass und Kraft. Somit starten Currents mit einem absoluten Powerhouse in ihre EP.

Auch im Folgenden bleibt es energiegeladen. Songs wie „My Disguise“ oder „The Rope“ zeigen eindrucksvoll auf, dass die Truppe Spaß daran hat, wuchtige Tracks zu kreieren und dabei auch vor Melodien nicht zurückschreckt.

Aus diesem Grund kann ein ziemlich poppiges „To Feel Empty“, das stark an Größen wie Bring me the Horizon erinnert, beinahe schon im Radio laufen. Obwohl Currents immer wieder zur Härte zurückfinden, kommen eingefleischte Genre-Fans mit derlei Songs eventuell nicht auf ihre Kosten. Wie es besser und intensiver geht, zeigen da schon eher Bands wie Architects.

Pluspunkt: Songwriting + Technik

Kritiklos besteht hingegen das Songwriting, für das das Quintett definitiv ein Händchen hat. Atmosphäre und Songstrukturen passen gut zusammen und motivieren zum Hören.

Currents (Copyright: Bryce Hall)

Auch technisch spielen die Jungs im oberen Drittel mit. Die Drums kommen mit vielen kleinen fancy Schlägen daher und die Gitarrenfraktion überzeugt durch gekonnte und förderliche Spielereien.

Minuspunkt: Spielzeit

Umso bedauerlicher, es hier nur mit einer EP zu tun zu haben. Fünf Songs (plus ihre Klone als Instrumentalversionen) erscheinen insgesamt ein wenig mau. Denn kaum hat man sich „warm gehört“, ist auch schon das Ende von „I Let The Devil In“ erreicht.

Fazit

Currents spielen modernen Metal, der die Hörer streckenweise in den Bann zieht, aber leider nicht auf ganzer Linie überzeugt. Die leicht eintönigen Tracks im Metalcore-Gewand und die kurze Spielzeit trüben den Gesamteindruck.

Video

Tracklist

01 Into Despair
02 My Disguise
03 To Feel Empty
04 The Rope
05 Forever Marked
06 Into Despair (Instrumental)
07 My Disguise (Instrumental)
08 Feel The Same (Instrumental)
09 The Rope (Instrumental)
10 Forever Marked (Instrumental)

Details

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Label: Sharptone Records
Vö-Termin: 14.12.2018
Spielzeit: 19:20

Copyright Cover: Sharptone Records



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Marcus
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