Review

Oft muss man so manche Musik selbst gehört haben, um die gewissen Intentionen dahinter zu verstehen. Genauso verhält es sich mit dem eigenwilligen Stil von CTM. Das Soloprojekt von Cæcilie Trier befasst sich mit einer Mischung aus klassischer Musik und einer experimentellen Note. Und obwohl sich viele verschiedene Elemente, bestehend aus Instrumenten und elektronischen Erzeugnissen, auf „Suite For A Young Girl“ wiederfinden, werden die Songs durchweg einfach gehalten.

CTM bringt all diese Einflüsse sogar äußerst wirkungsvoll zusammen. All diese typisch klassischen Instrumente passen oft gut mit den synthetischen Beats zusammen. Außerdem ist der Einsatz der Samples hier wirklich gelungen. Immer wieder baut sich eine nüchterne Stimmung auf – und das nicht nur durch das Plätschern von Wassern, sondern auch durch einen Ballwechsel eines Tennisspiels, das die Grundbasis von „La Mer“ bietet.

Außerdem ist es so, dass sich immer noch hörbare Songs auf „Suite Of A Young Girl“ befinden. Es ist zwar weitab von jeglicher Pop-Musik oder strenger Klassik, aber es hat etwas Eigenes in sich, was diesen Sound so voll macht.

CTM (Copyright: Albert Grondahl)

CTM (Copyright: Albert Grondahl)

Lassen wir den instrumentalen Teil der Platte, welcher für „Suite Of A Young Girl“ eigentlich ausreichen würde, einmal beiseite, und widmen uns dem Gesang. Die soulige, leicht introvertierte Stimme mag zwar in den Kontext des Albums passen, aber sie besitzt leider nichts, was einen so wirklich umhaut. Die Künstlerin möchte ihrem Organ verschiedene Charaktere zuordnen, gleich dem Titel „Suite For A Young Girl“, doch sind beispielsweise die nach oben und unten manipulierten Effekte der Stimme in „Drop Shot“ ziemlich unpassend platziert. Zudem stören sie oft die Zusammensetzung der Songs. Natürlich ist das immer eine Geschmackssache. Wenn man jedoch bedenkt, dass sich hier viele nette akustische Ideen einbringen lassen, die so eigentlich gar nicht in das Konzept passen, wiegt so etwas wohl noch schwerer.

Am Ende bleiben zwei Seiten der Medaille: die schwächeren Vocals mit lyrischem Ich, welches auf jeden Fall noch Luft nach oben bietet, und ein instrumentaler Teil, der durchweg überzeugt. Gegen Ende wird es wohl mit den ganzen Elementen etwas viel, aber das bedeutet dennoch nicht, dass man hier nicht mal reinhören darf.

Video

Tracklist

01 Return Of The Hunters
02 The Way A Mouth Is A Mouth
03 Cézanne
04 La Mer
05 Rhythm Of Rally
06 Drop Shot
07 Mirror
08 Escorted / The Road

Details

CTM – Facebook

Label: Tambourhinoceros
Vö-Termin: 22.01.2016
Spielzeit: 20:58

Copyright Cover: Tambourhinoceros



Über den Autor

Christopher