Review

Metalcore-Djent-Mix aus Japan

Crystal Lake brechen mit ihrem neuen Album „Helix“ wieder auf, um den Globus noch ein wenig mehr mit ihrem Metalcore-Djent-Mix zu beflügeln.

Energie hat die junge Truppe aus Japan definitiv. Und so ist „Helix“ ein Powerhouse aus Wucht, Harmonie, Melancholie und ein wenig Raffinesse.

2002 haben sie sich gegründet, im gleichen Jahr kam die erste EP auf den Markt. Hier und da gab es einen Line-up Wechsel, aber ihre Musik ist im Grunde gleich geblieben. Dennoch wird es mit „Helix“ nun etwas experimenteller.
Ob das reicht, um damit aus der Masse herauszustechen, klären wir jetzt.  

Die Songs

Schon der Track „Aeon“ nimmt auf „Helix“ ganz klar eine Außenseiterrolle ein. Es handelt sich ohne Frage um den besten Titel der Platte. Brutal schnell, mega hardcorig und gerade mit dem Roboterthema total am Puls der Zeit. Der Dreizack aus tiefen Gitarrenriffs, saftigen Drums und grandios gutturalem Gesang trifft die Hörer mitten ins Herz.

Das AI Thema von „Helix“ hätte aber gerne noch viel aktiver durchgezogen werden können. Dies hätte der Scheibe einen schönen frischen Rahmen geben – so wie damals „Planet Duality“ von The Faceless und ihrem Alien-Thema.

„Agony“, „Lost In Forever“ oder „Devilcry“ folgen schließlich alle dem melodiösen Hardcore-/Metalcore-/Djent-Feeling, dem sich aktuell viele neue Bands verschrieben haben – und leider zieht sich das durch das gesamte Album.
Obwohl die Platte auch seine harten Momente besitzt, schmälert dieser „Einheitsbrei“ den guten Endruck vom Album ziemlich. Hier etwas Architects-Feeling, da etwas Heart Of A Coward-Brachialität – aber im Grunde besitzt „Helix“ viele Singalongs in einem mäßig tauglichem Gewand.

Tracks wie „+81“ kommen immerhin etwas saftiger daher und beweisen, das dieser doch etwas ruppigere Ton eindeutig die Kernkompetenz von Crystal Lake ist. Die Riffs gehen gut ins Ohr und bleiben im Gedächtnis, was letztlich für ein gutes Songwriting spricht. Genauso gut steht ihnen aber auch der straighte Hardcore-Style, der hier ab und an das Licht der Welt erblickt.

Crystal Lake (Copyright: Crystal Lake)

Zusätzlich gibt es immer mal wieder einen kleinen Twist mit poppigen Elementen, lässigen Gangshouts, Rap-Passagen oder ein kurzes Zwischenspiel à la „Ritual“.
Interessiert und experimentierfreudig sind Crystal Lake ja, doch stimmt das Grundgerüst leider nicht so ganz.

Von Songs wie „Hail To The Fire“ hätte man hingegen gerne mehr gehört. Der Titel weist die positiven Eigenschaften der Truppe auf und lässt seine Hörer in Soulfly-Erinnerungen schwelgen.

Großer Pluspunkt von „Helix“ ist zudem der Sound. Sauber, modern, frisch und schön tight – für den modernen Ansatz der Band genau das Richtige.

Fazit

Die „Einheitssongs“ trüben den Eindruck der Platte massivst; und würde der Sound nicht so unfassbar satt klingen, hätte man schon viel früher aufgehört, sich „Helix“ anzuhören. Man wird das Gefühl nicht los, dass sich die Band noch nicht gefunden hat und einfach an vielen Stellschrauben drehen will. Gibt ein gutes Image ab, hört sich aber zu wirr an.

Für wen ist „Helix“ nun etwas? Metalcore Fans? Man erhält solide Tracks mit dem gewissen Etwas, aber so schnell dieses kommt, ist es auch schon wieder vorbei.

Video

Tracklist

01 Helix
02 Aeon
03 Agony
04 +81
05 Lost In Forever
06 Outgrow
07 Ritual
08 Hail To The Fire
09 Devilcry
10 Just Confusing
11 Apollo
12 Sanctuary

Details

Crystal Lake – HomepageCrystal Lake – Facebook | Crystal Lake – Twitter

Label: Sharptone Records
Vö-Termin: 15.02.2019
Spielzeit: 40:24

Copyright Cover: Sharptone Records



Über den Autor

Marcus
Marcus