Review

Auf der Bühne kann es mit acht Bandmitgliedern bei Cruadalach schon einmal ziemlich eng werden und auch auf ihrem neuen und inzwischen zweiten Studioalbum geht es meist sehr dicht zu.

Die tschechische Band, die sich im Folk Metal zuhause fühlt, aber darüber hinaus auch dem einen und anderen weiteren (Sub)Genre regelmäßig in ihren Songs einen Besuch abstattet, hat ihren authentischen, „fülligen“ Crossover auf „Rebel Against Me“ soundtechnisch sehr roh belassen. Dadurch kommt vor allem der oftmals ruppig-aggressive Grundton des Albums gut zur Geltung.

Jener und die damit einhergehenden Growls, die den Kehlen hier stellenweise entfleuchen, bilden einen gelungenen Kontrast zum Folk-Anteil, der wiederum für die Harmonien und Feinheiten sorgt. Violinen und Flöten bilden dabei die diesbezügliche Hauptinstrumentierung, doch immer wieder tritt die Folk-Ausrichtung u.a. zugunsten von einem dominierenden Bass (intensiv zu hören beispielsweise in „Wolves at the Gate“) in den Hintergrund.
„Stuff That Matters“ schielt in Sachen Atmosphäre und dunklem Klargesang mit seinem musikalischen Hauptgerüst sogar in die finnisch geprägte Gothic/Dark Metal Ecke, während „Earth Cafe“ sowie der Titeltrack „Rebel Against Me“ den Crossover von Cruadalach mit Hardcore-Elementen insgesamt am besten repräsentieren.
Als Überraschung entpuppt sich schließlich das Instrumentalstück „Ziemie Niczyje“, ein orchestraler Rauswurf, der dem Album zum Schluss noch eine tragend-melancholische Epik (wie sie andeutungsweise schon in „Karma to Burn“ zu hören ist) verpasst.

Innerhalb der auf „Rebel Against Me“ versammelten elf Tracks stößt man auf viele gelungene Melodien. Diese sind zwar nicht sofort „fassbar“ und als eingängig zu bezeichnen, vielmehr machts hier das Zusammenspiel aus ruhigem Folk und energetischen Metal-Parts, in denen es viele Details zu entdecken gibt, das dafür sorgt, dass der Hörer auch in dieser Hinsicht Gefallen an den Titeln findet. Somit geben gleichzeitig mehrere Umdrehungen der Platte Sinn, was außerdem dazu führt, dass einem das Album von Mal zu Mal mehr mitreißt und überzeugt.

Cruadalach (Copyright: Cruadalach)

Cruadalach (Copyright: Cruadalach)

Bringen Cruadalach zwar ihre Songs und sogar einige Highlights innerhalb der Tracks solide auf den Punkt, fehlt es Titeln wie „Rebel Against Me“ an konsequenten Abschlüssen. Dadurch bekommt der Titeltrack am Ende den Charakter eines Snippets.

Apropos Charakter: durch den rau-rohen Sound, der auf „Rebel Against Me“ vorherrscht, versprühen die Songs einen gewissen Live-Charme, der verheißt, dass das Album auch auf der Bühne sehr gut funktionieren und zünden wird. Ihr Performancetalent stellten Cruadalach bisher in über 120 Liveshows unter Beweis – und hier wird sich „Rebel Against Me“ mit weiteren Shows passabel einreihen. Interessierte Hörer sollten daher nicht nur nach dem Album Ausschau halten, sondern zudem ein Ticket für ein Konzert der acht Musiker ergattern.

Video

Tracklist

01 Revolt Without a Name
02 Shiva World Dance Party
03 Stuff That Matters
04 Earth Café
05 Rebel Against Me
06 Wolves at the Gates
07 Life-Worshipping Bastards
08 Satyros
09 Karma to Burn
10 The Astralnaut
11 Ziemie Niczyje

Details

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Label: MetalGate Records
Vö-Termin: 17.01.2015
Spielzeit: 40:25

Copyright Cover: MetalGate Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde