Review

Mit zwölf neuen Songs meldet sich die Band Crown of Glory aus der Schweiz musikalisch mal wieder zu Wort und verewigt diese auf dem Album „Ad Infinitum“.

Zu hören gibt es darauf abwechslungsreich komponierten Melodic Metal (und „Melodic“ schreiben die sechs Musiker dabei definitiv groß!), der sich nicht nur an Elementen des AOR und Power Metal bedient, sondern auch mit einigen Überraschungen aufwartet.

Die Songs

Doch nicht nur melodisch kann die Band, sondern auch bombastisch. Und das zeigt das Intro des Openers „Emergency“. Orchestrale Klänge wie aus dem Symphonic Metal finden darin Eingang und sorgen für eine stimmungsvolle Eröffnung des Titels. Prädestiniert für den hier zelebrierten Power/Heavy Metal gibt sich dann der Gesang, während galoppierende Gitarren und treibende Drums schließlich zu einem einprägsamen und mitreißenden Refrain führen. Ein passgenauer Einstieg, der neugierig auf mehr macht.

Homogen schließt sich daran das temporeiche „Something“ an, das mit süßlichen Keys (aus den 80ern) eingeleitet wird. Anders, da der Song ein Duett mit Gastsängerin Seraina Telli darstellt, aber ebenso gut wie sein Vorgänger, überzeugt hier vor allem, wie abwechslungsreich der Track angelegt ist. Dadurch verliert er (auch in seinen seltenen langsameren Passagen) nicht an Spannung.

Beide Songs gehen sofort ins Ohr, wollen erneut gehört werden und werden dabei langfristig auch nicht langweilig.

Eine erste kleine Ernüchterung macht sich allerdings mit „Let’s Have A Blast“ breit. Insbesondere in den Strophen und bereits im (bluesigen, hardrockigen und Old-School-Charme versprühenden) Intro grenzt sich der Titel von den vorherigen Songs komplett ab. Im Refrain hingegen erinnert das Stück an Hits von The Poodles und beweist ebenfalls Hit-Potenzial.

Nicht ganz so zündend folgt „Emporium Of Dreams“. Solide, melodisch, aber – trotz einiger gebotener Abwechslung innerhalb des Songs – eher am Hörer vorbeiplätschernd, lohnt sich ein Durchhören dennoch. Der Grund sind die Chöre am Ende, die eine ähnliche Opulenz aufweisen, wie der Opener sie im Intro besitzt.

Mit der (Klavier dominierten) Ballade „Surrender“ stellen Crown of Glory gelungen unter Beweis, dass sie auch ruhige, gefühlvolle Momente nutzen können, um die Hörer für sich zu gewinnen.

Crown of Glory (Copyright: PhotoFrank.ch)

Genug der Verschnaufpause, reiht sich auch schon ein Triple aus eingängigen Top-Tracks in den Album-Song-Reigen ein. Sowohl an „Infinity“, als auch an „Glorious Nights“ und „Make Me Believe“ gibt es – ganz zur Freude der zuhörenden Metalheads – nichts auszusetzen. Allerdings könnte gerade „Glorious Nights“ ein bisschen eine Frage des persönlichen Geschmacks sein, sind hier doch die shout-artigen Zugaben sowie die Lyrics, die in den Strophen eher „erzählt“ statt auf die Melodie treffend gesungen wirken, gewöhnungsbedürftig.

Trotz neuer Ideen und Melodiestärke in den Songs „Master Of Disguise“, „What I’m Made Of“, „Until I’m Done“ und dem Rauswurf „Say My Name“ scheint gegen Ende doch ein wenig die Luft raus zu sein. Teils etwas „altbacken“, immerhin abwechslungsreich, aber nicht mehr als solide schließen Crown of Glory somit ihr Album.

Fazit

Dadurch lässt sich feststellen: Immer wenn es zu hardrockig wird, schwächeln die Jungs etwas. Geht es hingegen weniger „leicht“ und old schoolig zu, verpasst man den Titeln sogar richtig Bombast, punktet die Band auf ganzer Linie und zaubert zeitlose Titel hervor. Die Mehrheit der Songs zeigt das, sodass „Ad Infinitum“ jedem zu empfehlen ist, der seinen Metal gerne melodisch mag.

Video

Tracklist

01 Emergency
02 Something (feat. Seraina Telli)
03 Let’s Have A Blast
04 Emporium Of Dreams
05 Surrender
06 Infinity
07 Glorious Nights
08 Make Me Believe
09 Master Of Disguise
10 What I’m Made Of
11 Until I’m Done
12 Say My Name

Details

Crown of Glory – Homepage | Crown of Glory – Facebook

Label: Fastball Music / Bob-Media
Vö-Termin: 11.09.2020
Spielzeit: 59:52

Copyright Cover: Fastball Music



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde