Review

Erst im Juni 2016 wurden Cosmic Fall gegründet, dafür gibt es aber schon eine erste Platte mit beachtlicher Länge. „First Fall“ heißt das Debüt, auf dem sich die Band aus Berlin dem Stoner Rock mit psychedelic Einlage verschrieben hat. In vier Songs bringen sie gekonnte Proberaumatmosphäre unter. Der Sound ist entsprechend seicht, doch Überraschungen gibt es keine. Bleibt die Frage, ob Cosmic Fall gehört werden sollten.

Grundsätzlich sei gesagt, dass die Underground-Szene Berlins super ist. Viele kreative Köpfe musizieren in der Stadt, weshalb immer neue Truppen am Start sind, die wirklich etwas auf dem Kasten haben. Cosmic Fall zählt eigentlich auch zu einer dieser Bands. Die Jungs spielen in erster Linie soliden Rock mit Länge, Sludge (daher stets etwas dreckig) und vielen Effekten.

Bereits der erste Track „Sun of a Gun“ kommt ganz lässig daher. Klassische Gitarrenmusik trifft auf „Jammen mit Freunden im Proberaum“. Das klingt cool und selbst Bands wie Opeth lassen derlei Songmaterial auf ihren Veröffentlichungen. Doch wenn der erste Song dann zudem noch über 15 Minuten lang ist und einen großen Jam-Part enthält, ist das schon stark monoton. Die Musik an sich ist gut, aber nach drei Minuten kennt der Hörer das Hauptthema und alles drumherum klingt nach Rumprobieren.

Anders macht das „Road to Ufa“, denn hier wurde ein straighter Song geschrieben, der zwar Jam-Charakter besitzt, aber dennoch nicht so ausschweift, was den Jungs letztlich deutlich besser steht. Man tendiert Richtung Southern Rock und gibt sich äußerst energiegeladen. Die Riffs sind charmant und gehen mehr nach vorne. Der Sound bleibt dabei sehr natürlich und frisch.

Cosmic Fall (Copyright: Cosmic Fall)

In „I Must Obey“ wird es dann wieder sehr jammig, aber dafür gibt es auch mal eine Stimme zu hören. Diese ist ganz solide, doch der Song als solcher richtet sich erneut nach Schema F. Gefühlt erhält man hier neun Minuten lang das identische Riff immer und immer wieder vorgesetzt. Das nervt leider auf Dauer.

Den Abschluss bildet „Jam I“. Wie Muse im Jam-Modus klingt das Stück, das anfangs viel Kraft und Härte aufweist und zum Ende hin eher ruhig und ausschweifend ausfällt. Das hört sich ganz nett an, aber auch dieser Song krampft am ewig gleichen Ablauf.

Eigentlich hätten Cosmic Fall so gut vorlegen können, denn „First Fall“ ist an sich eine gute Veröffentlichung mit viel Energie und Spielfreude. Der ewig gleiche Ablauf macht es dem Hörer jedoch madig, die Platte wirklich zu lieben bzw. jemanden wärmstens zu empfehlen.
Vielleicht brauchen die Jungs noch ein paar Jahre. Alles Gute kann man ihnen dafür aber jetzt schon einmal wünschen.

Video

Trackliste

01 Sun of a Gun
02 Road to Ufa
03 I Must Obey
04 Jam I

Details

Cosmic Fall – Facebook

Label: Eigenproduktion / Clostridiumrecords (LP)
Vö-Termin: 01.10.2016
Spielzeit: 46:18

Copyright Cover: Cosmic Fall



Über den Autor

Marcus
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