Review

Klassisch, instrumental und soundtrackartig à la Hans Zimmer starten Conspiria in ihre Debüt-EP „Signs and Origins“ und machen mit „Prelude: The Awakening“ somit schon deutlich, wohin die musikalische Reise ihres Erstwerks gehen wird: Die Kombination aus (female fronted) Symphonic Metal und Hollywood-Soundtrack-Bombast soll die Hörer über fünf Tracks in seinen Bann ziehen.

Etwas ungeschickt wirkt nach diesem gelungenen instrumentalen Intro als Auftakt zunächst die Anordnung des Folgesongs „Prophecy of Doom“ durch seinen ebenfalls ausgeprägten intro-artigen Beginn. Dann wird jedoch schnell Tempo aufgenommen und nicht wenige wird der Titel durch seine Songanlage und die Arrangements an Nightwish zu „Once“-Zeiten erinnern.
Sängerin Nadine Mittmann singt hier sehr hoch und streift mitunter den klassischen Gesang, hat aber ein etwas dünnes Stimmchen. Weitaus dichter und kraftvoller ertönen im direkten Vergleich hingegen die hervorragenden Chor-Einlagen.

Sorgen jene schon für eine düstere, erhabene Atmosphäre, tragen zu dieser Stimmung im anschließenden Titel „Ophelia’s Song“ zudem die male Growls bei, während melodie-starke Gitarren den Track abrunden.

Einen typischen Symphonic Metal Song mit klassisch gesungenem Refrain servieren Conspiria mit „The Faintness“, bevor „Prophecy of Doom“ – diesmal als orchestrale Version und somit die Soundtrack-Komponente ihrer Musik unterstreichend – die EP beendet und den Kreis zum instrumentalen Intro schließt.

Conspiria (Copyright: Conspiria)

Ihr Vorhaben, Hollywood-Soundtrack auf modernen Metal treffen zu lassen, überzeugt insbesondere durch die sehr schönen Kompositionen und Arrangements, zu denen auch die wohldosierten und stets positiv auffallenden Chor-Einsätze gehören. Die Songs haben insgesamt genügend Dynamik sowie Abwechslung und werden auf den Punkt gebracht. Die Stimme der Sängerin wird eventuell nicht jedem gefallen, da sie in den Höhen manchmal extrem „quietschig“ klingt (wie beispielsweise im Strophengesang von „The Faintness“); andererseits sind gerade in diesem Song ihre klassisch gesungenen Passagen sehr schön.

Ein wenig Handlungsbedarf besteht noch hinsichtlich der Produktion. So ist die Lautstärke der EP scheinbar viel zu leise, während „Signs and Origins“ (und allen voran die Drums) zudem etwas mehr Druck vertragen hätten.

Dennoch kann man behaupten, dass Conspiria versuchen, eine musikalische Lücke zwischen Xandria und Leaves‘ Eyes zu finden – und Hörer dieser und ähnlicher Bands definitiv auch ansprechen werden.

Teaser

Tracklist

01 Prelude: The Awakening
02 Prophecy of Doom
03 Ophelia’s Song
04 The Faintness
05 Prophecy of Doom (Orchestral Version)

Details

Conspiria – Homepage
Conspiria – Facebook

Label: Painted Bass Records
Vö-Termin: 01.10.2017
Spielzeit: 26:11

Copyright Cover: Conspiria



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde