Review

Wenn man Wert auf einen ausgewogenen und facettenreichen Sound legt, sollte man auf jeden Fall Consecrations neue Platte „Grob“ in Betracht ziehen. Die Band aus Serbien agiert zwischen schweren Post-Rock-Passagen und entspannender Atmosphäre, ein Stil, der sich komplett durch die fünf Songs zieht.

Und ja, „Grob“ ist eines der Alben, deren Songs auch gerne mal über zehn Minuten hinausgehen, um auf die volle Spielzeit zu kommen. Es grenzt schon fast an Schizophrenie, was Consecration ihren Hörern hier bieten. Auf der einen Seite krachen die Riffs nur so auf die Drums und man wird von der akustischen Welle förmliche weggefegt. Dann wiederum fahren sie alle heiß laufenden Gerätschaften runter und man findet sich in dem mehr jazzigen Teil des Albums wieder.

Dazu ein paar psychedelische Effekte sowie diverse Samples und man weiß gar nicht mehr, wo oben und unten ist. Dennoch werden hier nahtlose Übergänge geschaffen bzw. werden die Stile wahlweise kurzerhand miteinander kombiniert. Auf eine kreative Art und Weise veredeln Consecration ihren Sound mal mit scheppernden Noise-Einlagen oder einer Auswahl anderer klassischer Instrumente.

Da kann es auch schon mal vorkommen, dass sich hier die eine oder andere catchige Melodie einschleicht, mit der die Jungs einen Titel abschließen. Das sind dann die Momente, in denen man sich wünscht, die Band hätte all diese Ideen in etwas kürzere Songs verpackt. Dann wäre so manch lange Passage zwischen den einzelnen Highlights nicht so gedehnt. Denn besonders weil Consecration mit vielen Überraschungen um die Ecke kommen, wirkt so mancher Teil etwas schleppend.

Consecration (Copyright: Dule Jelen)

Consecration (Copyright: Dule Jelen)

Abgesehen von der Spiellänge kann man davon ausgehen, dass „Grob“ seinem Cover-Artwork alle Ehre macht. Oftmals sind es wirklich die minimalistischen Einsätze, die am Ende den größten Effekt vollbringen. Darum scheuen Consecration es auch nicht, mal ein Blechblasinstrument in ihre Musik mit einzubringen, welches sich zwar stark von dem Rest unterscheidet, aber immer noch perfekt in das Konzept passt.

Von dem Album „Grob“ nimmt man als Zuhörer eine Menge mit; besonders wie eine Band ihren Sound rau und gleichermaßen doch so entspannt klingen lassen kann. Dies zeugt von der Wandelbarkeit der Musiker und bietet einem eben nicht nur die stumpfe Monotonie eines Genres. Auf jeden Fall mal ausprobieren und dem Sound vielleicht sogar danach verfallen.

Anspieltipps:
Ejmi / Sheed / Sećanje Na Ameliju

Video

Trackliste

01 Debeli Leptir
02 Sheed
03 Sećanje Na Ameliju
04 Grob
05 Ejmi

Details

Consecration – Facebook

Label: Geenger Records
Vö-Termin: 27.11.2015
Spielzeit: 46:58

Copyright Cover: Geenger Records



Über den Autor

Christopher