Review

Conquered Mind klingen bärtig. Die Band aus Esslingen macht Stoner Rock, der ziemlich breitgefächert ist. Ab ins Auto und die Route 66 entlangfahren, das fällt mir als Erstes ein und genau das machen wir jetzt.

Der Gitarrensound von Conquered Mind könnte direkt aus den 80ern kommen; schön höhenlastig und dennoch fett.
Gesangstechnisch befinden wir uns in Gefilden von Pantera oder Motörhead. Sänger und Gitarrist Jan ist nicht nur am Mikro eine ziemlich lässige Granate, sondern schmeißt auch ordentliche Riffs raus, die den Hörer in den Autositz pressen. Die Spanne zwischen Brüll- und Klargesang ist grandios und „outstanding“. Dazu klingt es eben voll nach Kneipe, was immer geht.

„You gave me fire“ ist zudem eine Nummer für die große Bühne. Saftige Drums und eine Soundwand, die die Menge zum Explodieren bringt – als Opener schon mal ein ordentlicher Einstieg. Inhaltlich geht es um Gefühle und Liebe. Richtige Männerthemen eben, aber der instrumentale Background macht es in diesem Fall aus.

Die Arrangements sind grundsolide und bedienen sich an klassischen Rock-Elementen. Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Bridge, Refrain, Ende. Das funktioniert erstaunlich gut und wirkt nicht aufgesetzt. Soll heißen, Conquered Mind klingen auf „Conqueror“ nicht nach Einheitsbrei.

Zu dem guten Stoner gesellen sich – wie in „Love is strong“ – Elemente aus dem Prog Rock.
Unwillkürlich denkt man stellenweise an Pink Floyd oder gar an Größen wie Iron Maiden oder Nirvana. Diese Vielfalt wird jedoch vom eigenen Stil der Band übertüncht. Das ist nicht negativ zu verstehen, denn der Plan geht auf. „Shouldn’t be“ bleibt beispielsweise ziemlich emotional und könnte auch ein wenig an Tool angelehnt sein. Die Tendenzen in Richtung Psychedelic und Prog sind jedenfalls nicht zu leugnen.

In „I need you“ hört man zudem klar Black Sabbath heraus. Mag da jemand die ganz Großen? So smart kombiniert, hört man dies selten.

Conquered Mind (Copyright: Conquered Mind)

Conquered Mind (Copyright: Conquered Mind)

Positiv fällt auch der Gesamtsound ins Gewicht. Lässiger Gitarrensound trifft auf ein ziemlich tightes Schlagzeug. Der Bass hätte gerne noch etwas präsenter sein können, fügt sich aber super in den Sound ein. Wir haben hier weder Proberaum-Atmosphäre noch Clearness bis zum Abwinken. Der Sound ist ausgewogen und richtig lässig.

Zum Ende reißen die Songs einen leider nicht mehr so vom Hocker. „Don’t stop me now“ kann zwar mit einer Kuhglocke punkten, aber ansonsten sind wir eher im Nickelback-Rock angekommen.

Fazit: Conquered Mind sind lässig und tragen durch ihre Musik eine gewisse Coolness nach außen. Das gefällt!
Ihr ziemlich breitgefächerter Stoner Rock ist frisch und zudem sind die Songs auch noch gut. Obwohl ab der Hälfte des Albums „Conqueror“ ein wenig die Luft raus ist, kann das Material durchaus jeden Rocker hinterm Ofen hervorlocken. Stoner Fans sollten diese Band daher im Hinterkopf behalten, denn solche Qualität aus Deutschland ist nichts Selbstverständliches. Für Bart und lange Haare!

Video

Tracklist

01 You gave me fire
02 Love is strong
03 Need to feel me
04 Shouldn’t be
05 I need you
06 Because of you
07 Don’t stop me now
08 Conqueror
09 Heliophobia
10 Heavy Badass Nights
11 Can’t see any smile
12 Paradise

Details

Conquered Mind – Homepage
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Conquered Mind – Twitter

Label: Gegentrend Records / Soulfood
VÖ-Termin: 27.11.2015
Spielzeit: 45:37

Copyright Cover: Gegentrend Records



Über den Autor

Marcus
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