Review

Welcome the good vibes. Genau so klingt die dritte Platte der Engländer, die nun seit einiger Zeit unter der Flagge Co-Pilgrim segeln. Weiche Indie-Klänge aus dem Pop- und Rock-Bereich schallen einem auf „Slows To Go“ entgegen.

Grundsätzlich beschränken sich Co-Pilgrim auf die Grundlagen Drums, Gitarre und Bass. Nicht zu vergessen einschmeichelnder Gesang, der auf allen Planeten zu sein scheint, nur nicht auf der Erde. Es gibt zwar die einen oder anderen verzerrten Stellen, in denen besonders die Gitarren aufheulen, aber im Allgemeinen offenbart sich einem hier ein angenehm zugänglicher Sound. Der Name ist hier Programm: „Slows To Go“. Besonders die Strukturen erinnern stark an den typisch ausgelassenen Indie.

Durch den Pop-Einfluss und die oft angewendeten a-capella-Momente entführt „Slows To Go“ die Hörer in eine schwarz-weiße Musiklandschaft, wie es schon The Beatles oder The Beach Boys getan haben. Dennoch zeigt sich die Band (wie in „Wave In The Siddy“) dynamisch und hält den Anteil an Pop-Rock in so manchen Momenten sehr hoch.

Bei all dieser verträumten Attitüde kann es dann schon mal vorkommen, dass die Musik für den Hörer in den Hintergrund rutscht. So einen verwaschenen Sound legen auch beispielsweise The Pains Being Pure At Heart regelmäßig an den Tag, aber auf „Slows To Go“ fehlt es dann auf Dauer doch an Abwechslung. Selbst wenn dann man mal am Tempo oder den Riffs geschraubt wird, hat man oft das Gefühl, in einer Dauerschleife zu sitzen.

Co-Pilgrim (Copyright: Co-Pilgrim)

Co-Pilgrim (Copyright: Co-Pilgrim)

Die Stärke liegt hier deutlich auf der Zugänglichkeit. Nicht zuletzt wegen des ansprechenden Arrangements der Songs. Es ist nun mal leichte Kost, die einem Co-Pilgrim hier bieten. Von den catchigen Momenten wie in „You Come Over, You Go“ hätten es ruhig ein paar mehr sein können. Setzen diese Ohrwurm erzeugenden Passagen aber erst mal ein, findet man sich für kurze Zeit vollends in den Sound ein.

Dafür geben sich Co-Pilgrim eine Menge Mühe, viele Elemente in die Titel hineinzubringen. Nicht nur seichtes Geklimper der Saiten, sondern auch mal der Tritt aufs Distortion-Pedal, damit der Song eine solide Basis bekommt. Vorteil eines weiblichen Mitglieds: Backgroundvocals zur Verstärkung, die sich durchaus hören lassen können.

Es ist schön, sich ab und zu an ältere Tage der Musikgeschichte zu erinnern, allerdings sollte man es in einem gewissen Rahmen halten, damit die eigene Identität nicht verloren geht. Ansonsten liefern Co-Pilgrim mit „Slows To Go“ ein solides Ergebnis ab. Auf jeden Fall Musik für unterwegs oder um ein wenig Licht in die kommende dunkle Jahreszeit zu bringen.

Anspieltipps:
Echo In My Dreams / Flood Of Tears / You Come Over, You Go / Wave In The Siddy

Video

Trackliste

01 Slows To Go
02 Echo In My Dreams
03 You Come Over, You Go
04 Save The Queen Blazer
05 Flood Of Tears
06 Offing
07 She´s Finally Here
08 Sweet Murmur Of
09 It´s A Blue Moon
10 Gather Your Valiant Arms
11 Wave In The Siddy
12 Don´t Go Meek Into That Night

Details

Co-Pilgrim – Homepage
Co-Pilgrim – Facebook

Label: Battle Worldwide Recordings
Vö-Termin: 16.10.2015
Spielzeit: 36:49

Copyright Cover: Battle Worldwide Recordings



Über den Autor

Christopher