Review

Nach ihrem Debütalbum „The Killer Angels“ lässt die Truppe von Civil War dieser Tage ihr Zweitwerk „Gods and Generals“ auf die Metalgemeinde los.

Bereits der Opener „War of the World“ gibt die Marschrichtung vor: schneller, keyboard-dominierter Melodic Power Metal „made in Sweden“. Hauptaugenmerk liegt auf Melodie und Eingängigkeit. Der mehrstimmig gesungene Refrain schmettert regelrecht durch die Gehörgänge und weiß zu gefallen. Gitarren- und Keyboardsolo sind passend integriert, ohne den Track zu überfrachten oder aus der Songstruktur auszubrechen.

Auf gleiche Weise überzeugt auch das folgende und als Single-Auskopplung erschienene „Bay of Pigs“, welches insgesamt etwas grooviger angelegt ist. Auch hier ist es wieder der Refrain, der den Dreh- und Angelpunkt des Songs bildet und den Hörer nach kurzer Zeit mitsingen lässt.

Dann überraschen uns Civil War mit balladesken und folkloristischen Anleihen in „Braveheart“. Zuerst etwas ungewohnt, weiß der Titel aber letztendlich zu gefallen. Ebenso wie im anschließenden „The Mad Piper“ funktionieren diese Zutaten ausgesprochen gut und beweisen, dass die Schweden nicht nur im Hochgeschwindigkeitsbereich ihr Handwerk verstehen.

„USS Monitor“ prescht dann wieder ungemein energiegeladen nach vorne und malträtiert die Trommelfelle ordentlich.

In der zweiten Albumhälfte wird der Wechsel zwischen schnellen und langsameren Songs beibehalten. Und dies gelingt Civil War hervorragend, denn zu keinem Zeitpunkt verliert der Hörer das Interesse an diesem Album.

Den würdigen Abschluss der Standard Edition (die Limited Edition beinhaltet noch zwei Bonustracks) bildet das titelgebende Stück „Gods and Generals“. Der Song beginnt relativ unspektakulär und der entrückt wirkende Strophengesang ist erst mal etwas gewöhnungsbedürftig. Im Refrain explodiert das Lied dann aber geradezu mit einer Hammermelodie und dem mehrstimmigen Gesang. Das Herz jedes Heavy Metal-Freundes geht auf!

Civil War (Copyright: Ryan Garrison)

Civil War (Copyright: Ryan Garrison)

Konnte „The Killer Angels“ noch nicht in allen Punkten überzeugen, gelingt dies nun mit „Gods and Generals“ umso mehr. Zwar bleiben Civil War sich und ihrem musikalischen Stil treu, erweitern ihn aber um einige Facetten. Es wird nun nicht mehr bei und in jedem Song aufs Tempo gedrückt. Dies kommt dem Album auf alle Fälle zugute und lässt den Hörer dabeibleiben, weil Civil War dann doch nicht so vorhersehbar agieren, wie gedacht und von manchen eventuell befürchtet. Mit „Tears from the North“ und „Schindler’s Ark“ befinden sich sogar zwei echte Balladen auf dem Silberling. Es werden mehr Chöre – vor allem in den Refrains – verwendet, jene sind zudem opulenter. Sänger Nils Patrik Johansson agiert weitaus variabler als auf dem Debüt. Die Hooks sind nahezu perfektioniert, die Songs allesamt eine runde Sache und auf den Punkt gebracht. Nicht zuletzt dadurch ist eine hohe Eingängigkeit gegeben, ohne ins Anspruchslose abzudriften.

Alle Fans des Melodic Power Metals, die keine Angst vor großflächigem Keyboard-Einsatz haben und ein Faible für historische Texte mitbringen – das dürften auch alle Sabaton-Anhänger sein -, können sich „Gods and Generals“ bedenkenlos zulegen.

Preview

Video

Tracklist

01 War of the World
02 Bay of Pigs
03 Braveheart
04 The Mad Piper
05 USS Monitor
06 Tears from the North
07 Admiral over the Oceans
08 Back to Iwo Jima
09 Schindler’s Ark
10 Gods and Generals

Details

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Label: Napalm Records
Vö-Termin: 08.05.2015
Spielzeit: 55:04

Copyright Cover: Napalm Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde