Review

Dieses Jahr zieht der blendend grelle Highway seine Bahnen durch die Gehörgänge. Nur noch ein paar Mal schlafen, dann bringen City Of Ships aus Brooklyn ihr drittes Werk „Ultraluminal“ raus. Typisch für den Sound der Band ist ein hartnäckiger Post-Rock mit einer Menge melodischem Charakter. Auf runde zehn Songs, durch die sich ein roter Faden der Emotionen zieht, haben es die Jungs gebracht.

Und was wäre besser, als eine Platte direkt mit einem Song zu beginnen, der den Ohrwurm nur so fördert. Auf „The Light You Stole“ grölt der verzerrte Bass über dynamische Schlagzeugarbeit. Abgerundet mit atmosphärischen Riffs, deren Akkordstruktur immer wieder durch kleine Toneinlagen aufgebrochen wird. Der Refrain schlägt mit dem kraftvollen Gesang ganze Wände ein.
Dabei schafft man im Verlauf des Albums ein Gleichgewicht zwischen klarem Gesang und kratzigen, stärker strapazierten Stimmbändern.

Besonders auffällig für den Sound auf „Ultraluminal“ ist der konstante Druckaufbau, der mal von düsteren Melodien bis hin zur puren Harmonie reicht. Immer wieder eine Erinnerung wert sind die Passagen, in denen nicht zwei Gesangsspuren verwendet wurden, um das Ganze breiter klingen zu lassen. Der Titel „Alarm“ hat zu Beginn diesen zerreißenden Grundton und verliert sich dann in ruhigeren Klängen. Grundsätzlich wird der Hörer auch nie mit zu komplexen Ansätzen beworfen und es fällt leichter, dem Ganzen zu folgen.

City Of Ships (Copyright: City Of Ships)

City Of Ships (Copyright: City Of Ships)

Wenn man das Vorgehen von City of Ships mit einem Wort beschreiben sollte, wäre es „catchy“. Die Riffs gehen direkt ins Ohr und auch Verse bzw. Hooks sprechen den Hörer sofort an. Zudem macht die Band von diesen Elementen auch noch ständig Gebrauch. Die Gehörgänge finden sich also in einem Strudel aus Reizüberflüssen wieder.

Wäre „catchy“ die Beschreibung für „Ultraluminal“, so wäre „verzerrt“ das richtige Wort für den Gesamtsound. Bis auf ein paar Stellen rennt der musikalische Rammbock auf einen zu. Dabei sind es nicht mal so viele Parts, in denen City of Ships Gas geben. Hätten sie einen Teil des Fokus darauf gelegt, würde diese gewaltige Geräuschkulisse deutlich besser rüberkommen. So ähneln sich viele der Songs untereinander und die Versuchung, zum nächsten Titel zu springen, ist weitaus größer.

Wenn es aber an einem auf „Ultraluminal“ nicht mangelt, ist es an Gefühl. City of Ships widmen sich ihren Songs mit so viel Liebe, dass man förmlich die Luft herum vibrieren spüren kann. Es ist nicht mal so, dass es Platzhalter auf diesem Album gibt. Alles hat in einem Maße seine Existenzberechtigung.

Zusammenfassend spricht das Gesamtkonzept auf „Ultraluminal“ sofort an. Natürlich wird es im Endeffekt so sein, dass man seine Favoriten auf diesem musikalischen Erzeugnis hat, aber diese werden je nach Hörer unterschiedlich auffallen. City Of Ships bringen neben ihrem Gespür für ein effektives Aufbauen von Songs auch noch eine Portion Energie mit.

Für alle, die auf melodischen Post-Rock stehen und nicht allzu stark angeschrien werden wollen. Die Band punktet mit Herz und nicht unbedingt mit Aggression. Verdiente vier Sterne.

Video

Trackliste

01 The Light Your Stole
02 Alarm
03 Metadata Blues
04 Preeminence
05 Private Party
06 Illawarra Escarpment
07 Lost It
08 Hadwired
09 The Old Man
10 Mile High

Details

City Of Ships – Facebook

Label: Golden Antenna Records
Vö-Termin: 20.03.2015
Spielzeit: 37:09

Copyright Cover: Golden Antenna Records



Über den Autor

Christopher