Review

Apokalyptisches 2068

Chontaraz nehmen uns mit in das Jahr 2068. Eine Apokalypse machte die Erde zu einem Ödland und nur noch wenige Überlebende bevölkern diese. Mit dem Debütalbum „Rondamauh“ setzte die Band den Grundstein für diese Geschichte. Das aktuelle Album mit dem Titel „Speed The Bullet“ beschäftigt sich nun mit dem Thema, warum die Menschen sowohl zum Guten als auch zum Bösen tendieren.

Durch die fiktiven Charaktere der Band – AKHON die Leidenschaft, KRAAKH der Realist, RHIMM die Loyalität, NAAGH die Energie und CHONTARAZ der Prediger – wird die einfachste und gleichsam schwerste Wahrheit offenbar: Irgendwann in der Zukunft wird dies die Welt sein, in der wir leben, sollten wir nicht sofort damit beginnen, das zu schützen, was wir haben, und darauf Acht zu geben – bezogen sowohl auf unsere Umwelt als auch auf andere Menschen.

Die Songs

Den Einstieg macht „Blind“. Klassische Metal-Elemente werden mit einem Synthesizer gepaart, dazu die einprägsame Stimme von Frontmann Chontaraz. „Every breath and every step you take, you’re mine!“ Im Video dazu befindet sich die Band in einer zerstörten Stadt, welche durch eine Apokalypse ausgelöscht wurde. Verschiedene Schicksale der überlebenden Bewohnter werden dargestellt. Der Refrain prägt sich schnell ein.

Der anschließende Titeltrack „Speed The Bullet“ wirkt zu Beginn etwas düster und ist härter als der vorige Song. Verzerrte Gitarren und die unbarmherzig schlagenden Drums treiben den Song voran. Ruhigere Zwischenparts machen den Song abwechslungsreich.

Bei „Animalistic“ ist zu Beginn ein Jagdhorn zu hören, welches dann von einem langen Vorspiel abgelöst wird. Der Song, geprägt von mehreren sich wiederholenden Tempowechseln, ist extrem schnell und hart.

„Blue Skies Turn Black“ ist hingegen zunächst ruhig mit cleaner Gitarre, schlägt dann aber in den gewohnten Rock-Sound über. Das Leben ist eine Achterbahnfahrt und die Figuren im Song brauchen einander, um sich lebendig zu fühlen: „You need me to feel alive.“

Ein volles Brett liefert die Band dann mit Echoes“ ab. Gegen Ende gibt es einen ruhigen Part mit cleaner Gitarre, der sehr traurig und schmerzvoll klingt. Ein ausgiebiges Gitarrensolo schließt sich an, welches den Song zum Ende bringt.

„Ra Fa El“ klingt zu Beginn düster und unheilvoll. Im Hintergrund ist eine Orgel zu hören, welcher immer wieder zum Einsatz kommt. Der Song wartet mit harten Gitarren-Riffs und aggressivem Gesang auf. Das von den Drums vorgegebene Tempo ist unschlagbar. Auch hier gibt es gegen Ende des Tracks einen kurzen ruhigeren Part.

„One“ wird mit Piano und Akustikgitarre begleitet. Der Gesang ist voller Schmerz und Traurigkeit und verpasst dem Hörer eine Gänsehaut.

Gewohnt hart zeigt sich „Inflict And Self Destruct“. Durch die abgehackten Gitarren-Riffs bekommt der Song kurzzeitig einen Marsch-Charakter. Die Drums treiben in einem rasanten Tempo unbarmherzig den Song voran.

„Fences“ klingt eher nach ruhigerem Rock-Song und lässt einen schmerzlichen Hintergrund vermuten. „Give me the key to break free. It’s just for you an me.“ Drums, Gitarren und Gesang bilden eine perfekte Einheit, die die Dramatik des Textes verstärkt. Ein Gitarrensolo gegen Ende des Tracks spiegelt den Schmerz wider.

Chontaraz (Copyright: Chontaraz)

Um den inneren Zwiespalt geht es bei „Cry“. Trotz der Metal-Elemente wirkt der Inhalt des Songs verzweifelt und traurig. Der Gitarrenlauf in den Strophen ist sehr einprägsam. Auch hier darf das obligatorische Gitarrensolo nicht fehlen.

Gitarrist „Kraakh“ ist der letzte Track des Albums gewidmet. Zu Beginn wird das Wort Kraakh wiederholt und klingt etwas bedrohlich. Danach wirkt der Text aber ganz versöhnlich. „Come to me, I will sing for you.“ Bei der Hälfte des Tracks wird die Zeile Kraakh vom Beginn wiederholt. Diese bildet auch den Abschluss des Songs. Ganz am Ende hört man, wie Drumsticks fallen gelassen werden.

Fazit: Ein gelungenes zweites Werk.

Die Band zeigt ihr ganzes Können und bietet dem Hörer verschiedene Facetten ihres musikalischen Repertoires. Das Gesamtkonzept des Albums ist stimmig und lässt keine Wünsche offen. Man kann nur hoffen, dass die Band live auf der Bühne genauso abgeht wie auf dem Album.

Video

Tracklist

01 Blind
02 Speed The Bullet
03 Animalistic
04 Blue Skies Turn Black
05 Echoes
06 Ra Fa El
07 One
08 Inflict And Self Destruct
09 Fences
10 Cry
11 Kraakh

Details

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Label: CMM GmbH / SAOL / H’Art
Vö-Termin: 01.02.2019
Spielzeit: 46:23

Copyright Cover: CMM GmbH



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem