Review

Punk aus Rhodos, der sowohl europäisches Flair als auch amerikanische Catchiness mit sich bringt – Cherries On A Blacklist bringen mit ordentlich Energie und einer geballten Ladung Kreativität die „Glorious Days“ zurück in das Jahr 2016.

Und Kreativität prägt eine Platte wie „Glorious Days“ wohl am meisten. Wenn die Riffs beim Punk passen, reicht das meistens aus. Cherries On A Blacklist lassen jedoch – angefangen vom klassischen Punk-Rock, über Indie-Ambitionen bis hin zum alles zerschmetternden Hardcore – so viele Einflüsse in ihren Sound einfließen, dass es ihnen nicht schwerfällt, aus der Masse herauszustechen.

Das Trio definiert sich jedes Mal neu und macht dies bereits mit „Barrel Of A Gun“ deutlich. Eine hyperaktive Passage jagt die andere, sie enden aber alle in einer der vielen catchigen Hooks auf der Platte. So ist wohl der äußerst zugängliche Charakter der Songs eine der angenehmsten Marotten, die die Band hier an den Tag legt. Die Titel knallen einem nicht nur die Klänge um die Ohren, sie sorgen zusätzlich noch dafür, dass jeder einzelne Part im Hirn hängen bleibt.

Es wird gesungen, geschrien oder sich im einfach gehaltenen Kanon ausgedrückt. Hier kommen jene Hörer auf ihre Kosten, die sowohl den üblich rotzigen Gesang sowie lautstarke Organe aus dem Hardcore-Bereich bevorzugen. Auch erinnert der nasale Hauptgesang stellenweise an einen Auszug aus einem Black Sabbath Song, was aber nur zwischendurch auffällt. Im Kern klingen die Vocals stets voll und beherzt; genau das, was die Texte brauchen.

Es ist überhaupt der gelungene Einfluss von Indie, den Cherries On A Blacklist immer wieder mal aufblitzen lassen. Im Laufe von „Glorious Days“ wird jedoch klar, dass sich die Jungs ein Vorbild an eingängigen Refrains aus dem amerikanischen Raum genommen haben. Dadurch wirkt die Platte oft an den Pop-Punk angelegt, was mit den sehr anarchistischen Passagen vor dem Chorus nie ganz konform geht. Natürlich geht das ins Ohr und schafft Hymnen, gleichzeitig nimmt es „Glorious Days“ aber auch eine Menge Biss.

Cherries On A Blacklist (Copyright: Cherries On A Blacklist)

Cherries On A Blacklist (Copyright: Cherries On A Blacklist)

Dagegen gibt es viele Beispiele, in denen es nicht so geschehen muss und die Intention des Songs trotzdem perfekt transportiert wird.
Das melancholische Klavier dominiert „Beauty Is A Lie“ und erst gegen Ende brechen die Gitarren aus ihrem Versteck hervor. Gleiches gilt für „Sweetness Of Youth“, in dem man Post-Punk mitschwingen lässt.

„Glorious Days“ hinterlässt definitiv seine Spuren beim Hörer. Die Variationen, die Cherries On A Blacklist hier mit einbringen, tragen ihren Teil dazu bei. Kein Weg verläuft geradeaus und keine Erhöhung scheint nicht erklimmbar zu sein. Ein vorausschauender Sound mit einer Menge Energie, die ansteckt.

Video

Trackliste

01 Barrel Of A Gun
02 Storm
03 Sweetness Of Youth
04 People
05 Chariot
06 Head In The Ground
07 The Fallout
08 Glorious Days
09 Beauty Is A Lie
10 Sex & Via
11 The Road

Details

Cherries On A Blacklist – Homepage
Cherries On A Blacklist – Facebook

Label: Bad Kingdom Records
Vö-Termin: 29.07.2016
Spielzeit: 39:45

Copyright Cover: Bad Kingdom Records



Über den Autor

Christopher