Review

„Hell Yeah!“ – dieser Ausruf ist nicht nur der passend gewählte Titel für das aktuelle Album der Band Chase The Ace, sondern gleichzeitig Programm. Das israelisch-britische Quartett fackelt darauf ein Feuerwerk ab und die Raketen in Form von ganzen 13 Songs sind eine Mixtur aus Classic, Glam, sleazigem Hard Rock und ein bisschen Heavy Metal für all jene, die es – gerade was die Gitarren und Drums angeht – gerne mal etwas härter mögen.

Apropos Gitarre: der Leadsechssaiter könnte glatt als Zweitbesetzung für AC/DC durchgehen, denn das Riffing der Urgesteine beherrschen auch Chase The Ace recht gut. Klanglich und spielerisch gemahnen einige Parts (wie beispielsweise im Opening der Tracks „Fortunate Son“ und „Full Throttle“) an bereits Gehörtes von Angus Young, an anderer Stelle wiederum präsentiert man sich ganz eigenständig. Wie man diese Ähnlichkeiten auch werten möchte, Talent haben die Jungs von Chase The Ace auf jeden Fall.

Und das stellen sie auf der gesamten Spielzeit von – trotz ansehnlicher Songanzahl – kompakten 43 Minuten unter Beweis. Purer Rock ’n‘ Roll „in your face“ lautet die Devise von „Hell Yeah!“ und der wird durch Spielfreude und Energie an die Hörer gebracht. Das garantiert: Chase The Ace kicken den Allerwertesten des Konsumenten.

Die Power und das Tempo, mit denen Chase The Ace (abgesehen von den balladeskeren Titeln wie „Desert Rose“ und „Out Of Reach“ oder dem Akustiktrack „Running As Fast As I Can (With My Eyes Closed)“) durch ihr Album „Hell Yeah!“ preschen, ist löblich und die Spielfreude des Tel Aviv-London-Zusammenschlusses überträgt sich auch auf die Hörer, doch auf satten 13 Songs wird dieses forsche Vorgehen wohl nur Genre-Fans vollkommen ansprechen, denn obwohl durch die Vielzahl an unterschiedlichen Stileinflüssen, die mal ganz offensichtlich, mal subtiler zum Tragen kommen, für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte, ermüdet „Hell Yeah!“ Gelegenheitshörer dieser Spielarten sehr schnell. Dies jedoch nicht im wörtlichen Sinne, sondern vielmehr können jene von der geballten Hau-drauf-Taktik der Band erschlagen werden.

Chase The Ace (Copyright: Chase The Ace)

Chase The Ace (Copyright: Chase The Ace)

Erholsam wirken daher die ruhigeren Stücke, die auch mal die feinfühlige Seite von Chase The Ace zeigen, trotz dessen jedoch durch die Tempo-Rücknahme nichts an Rock-Charme einbüßen.

Für Heavy Metal Nerds ein Schmankerl halten Chase The Ace schließlich noch mit „Sharp Dressed Man“ bereit, denn für diesen Titel holte sich die Band den seit 2011 für Judas Priest Gitarre spielenden Musiker Richie Faulkner mit ins Boot, der gegen Songende sein Talent im Solo präsentieren darf.

Wer in musikalischer Hinsicht gerne auf die Zwölf bekommt, ist hier gut aufgehoben. Hell Yeah!

Preview

Tracklist

01 The Stalker
02 Set You On Fire
03 Hell Yeah
04 Fortunate Son
05 Desert Rose
06 Bad Seed
07 Full Throttle
08 Dead Man Rocking
09 Out Of Reach
10 Sharp Dressed Man (feat. Richie Faulkner)
11 Still Got It
12 Prisoner In Paradise
13 Running As Fast As I Can (With My Eyes Closed)

Details

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Label: Off Yer Rocka Recordings / Cargo
Vö-Termin: 11.12.2015
Spielzeit: 42:17

Copyright Cover: Off Yer Rocka



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde