Review

Klassischer Death Metal gefällig? Dann seid ihr bei Centinex goldrichtig. Die Jungs aus Avesta stehen für kompromisslosen Schweden-Death.

1990 gegründet, wurde 1992 schon der erste Longplayer rausgehauen. 2006 war dann aber vorerst Feierabend. Wie so oft lag dies an den schwindenden Mitgliedern. Wenn niemand mehr da ist, mit dem es sich lohnt zu musizieren, dann muss man eben die Notbremse ziehen. Glücklicherweise raufte man sich 2014 wieder zusammen und veröffentlichte Ende des Jahres erneut eine Platte. Die hört auf den Namen „Redeeming Filth“ und ist so oldschool wie mein Tafelwerk.

Das liegt an der selbst aufgezwungenen Marschrichtung. Centinex wollen wieder klingen wie damals zu „Subconscious Lobotomy“-Zeiten und das funktioniert auch sehr gut. Im Stile von Obituary, Unleashed oder Grave pflügen sie sich durch die 30+ Minuten von „Redeeming Filth“.

„When Bodies Are Deformed“ spiegelt ihren Stil dann auch sofort wider. Die Gitarren fräsen aufs Derbste und das Schlagzeug klingt dolle 90er-lastig.
Fronter Alexander erinnert stark an Größen wie Covan oder Tommy Dahlström. Da wundert es auch nicht, dass die Platte bei Ronnie Björnström (Aeon) entstanden ist. Der klassische Death Metal Sound wird vollkommen verankert und lässt einen in der Zeit zurückreisen.

Normalerweise ist dieser Sound derzeit richtig angesagt und die Szene hat voll Bock drauf. Dementsprechend haben wir ein Überangebot an solcher Musik. Centinex bleiben hierbei auf der Strecke, auch wenn der Name groß ist. Doch wie oft haben wir das dieses und letztes Jahr erlebt, dass ewig alte Knochen wieder das Licht am Ende des Tunnels gesehen und nach dem Erwachen eine neue Platte rausgebracht haben? Oftmals blieb es doch beim einmaligen Durchhören.

Centinex (Copyright: Centinex)

Centinex (Copyright: Centinex)

Im Falle von Centinex ist der Wille zum öfteren Hören da, nur gibt das Material nicht gerade Anlass dafür. Es ist ausgelutscht und bekannt. Die Songs sind zwar gut produziert und auch vom Songwriting her okay, aber eben nicht mehr. Es fehlt an Frische und Neuem. Das liegt nicht nur am Stil, denn auch Oldschool Death Metal kann fresh und neu klingen.

Eins muss man den Jungs aber lassen, sie grooven extrem. Das zieht sich durch das gesamte Album. „Death Glance“ zieht dich richtig rein mit seinen gelegentlichen Death Thrash Anteilen. Mehr von diesen Momenten und das Potenzial wäre sinnvoller genutzt worden.

Fazit: Centinex bringen ihr neues Material zu einer miesen Zeit an den Start. Der Markt ist voll von Oldschool Death Metal Bands, die deutlich moderner um die Ecke kommen. Frische Ideen machen auch beim Oldschool den Unterschied. „Redeeming Filth“ ist solide produziert und passt perfekt zu den Songs, nur sind diese leider sehr eintönig und das ganze Material lädt nicht unbedingt zum Headbangen ein.

Video

Trackliste

01 When Bodies Are Deformed
02 Moist Purple Skin
03 Death Glance
04 Stone Of Choice
05 Unrestrained
06 Bloodraze
07 Without Motives
08 Rotting Below
09 Dead, Buried and Forgotten
10 Eye Sockets Empty

Details

Centinex – Facebook

Label: Agonia Records / Soulfood
Vö-Termin: 21.11.2014
Spielzeit: 33:05

Copright Cover: Agonia Records



Über den Autor

Marcus