Review

2014 haben sich Centinex aufgerafft, um nach jahrelanger Bandgeschichte inklusive Pause wieder durchzustarten. Allerdings ist das mit „Redeeming Filth“ nur mäßig gelungen. 2016 greifen sie mit „Doomsday Rituals“ erneut an und klingen dabei deutlich ausgereifter.

Bestand der Vorgänger aus Klischees und Standardkost, sind die neuen Songs deutlich energiegeladener und runder. Natürlich findet man immer noch den vielleicht leicht monotonen Schweden Death vor, doch wird er nun um ein paar Elemente erweitert. Ob das aber reicht, um 2016 mitzuhalten und hörbar zu bleiben? Ab mit dem Hackebeil in den Wald!

Entsprechend beginnt „Flesh Passion“ so, als würde man im Wald marschieren gehen. Ein Snaremarsch ertönt in Kombination mit derb verzerrten Gitarren langsam aus dem Hintergrund. Alles klingt noch etwas unrund und wirr; man könnte es fast extravagant nennen. Kurz darauf holt die Schweden Death-Keule jedoch aus und groovt sich in die Herzen der Hörer. Der Groove ist zudem die Kernkompetenz von Centinex. Jeder Song hat seinen eigenen feinen Flow und das ist auch bitter nötig.

Kann die erste Hälfte von „Doomsday Rituals“ noch durch lässige Schlagzeuggrooves und nette Riffs überzeugen, lässt die zweite Hälfte deutlich nach. „Flesh Passion“ beispielsweise ist ziemlich kräftig und schön linear geschrieben, sodass das Bangen gleich noch mehr Laune bereitet. „Dismemberment Supreme“ schlägt durch langsame, aber kraftvolle Gitarrenriffs, die mächtig klingen, mit der Axt in die gleiche Kerbe. Daran trägt nicht zuletzt die rohe und rotzige Produktion ihren Teil bei. Das Schlagzeug ist zwar etwas aufgehübscht, fällt aber nicht negativ ins Bild.

Fronter Alexander verkörpert wahrscheinlich den perfekten Schweden Deather – teilweise etwas Bloodbath, teilweise etwas Debauchery oder Cannibal Corpse. Hier kann man nicht meckern. Das trifft auch auf den Song „Generation of Flies“ zu, denn da lässt die Band mal etwas Raum für Entfaltung – wenn auch nur ganz wenig. Das Schlagzeug darf sich etwas austoben, ansonsten gibt es aber gute Standardkost.

Centinex (Copyright: Centinex)

Centinex (Copyright: Centinex)

Ab der Hälfte werden die Riffs ziemlich lahm und reißen nicht so ganz vom Hocker. Den Jungs geht sozusagen die Puste aus. Vieles retten sie durch ihre gekonnt eingesetzten Grooves, die den Kopf zum Wippen bringen. Am Ende bleibt – wie schon beim Vorgänger – leider nicht so viel hängen.

Centinex bringen mit „Doomsday Rituals“ ein solides Death Metal-Album heraus. Die Grooves und der Sound stimmen. Das Feeling kommt super rüber und man hat Lust, sich zu bewegen. Genug Härte ist auch am Start. Was fehlt, sind catchy Tracks, die mit etwas Spannung um die Ecke kommen. Zudem klingen manche Stücke austauschbar und das ist schade. Metalfans verpassen hier nichts, wer jedoch zugreift, macht keinen groben Fehlgriff.

Video

Trackliste

01 Flesh Passion
02 From Intact to Broken
03 Dismemberment Supreme
04 Generation of Flies
05 The Shameful Few
06 Doomsday
07 Exist to Feed
08 Death Decay Murder
09 Sentenced to Suffer
10 Faceless

Details

Centinex – Facebook

Label: Agonia Records / Soulfood
Vö-Termin: 08.07.2016
Spielzeit: 32:17

Copyright Cover: Agonia Records



Über den Autor

Marcus