Review

Nach ihrem CD-/DVD-Release „Live at Montelago“ im Jahr 2018 präsentieren Celtica ihren „Pipes Rock“ nun erneut auf einem Album. Dieses trägt den Namen „Celtic Spirits“ und ist das mittlerweile fünfte Studioalbum der internationalen Celtic Rock Band.

Zum Album

Beginnend mit dem abwechslungsreichen Titeltrack, folgt bereits durch „Jigging on the Rocks“ ein erster potenzieller Dauerbrenner. Fröhlich ertönt der Dudelsack und spielt seine mitreißenden Melodien.

Jene sind es auch, mit denen Celtica immer wieder punkten können. Ob quirlig, schmissig, melancholisch oder einfach nur wunderschön – die Band schafft für die Hörer Gelegenheiten zum intensiven Hören, Mitgehen, Bewegen, Nachdenken und Träumen. Dabei sparen sie auch an Eingängigkeit nicht.

Wer nun vermutet, dass sich ihre Musik lediglich auf den dudelnden Sack reduziert, der irrt. Vielmehr öffnen sich Celtica einer großen Hörerschaft, da der „Celtic Spirit“ zwar stets vorhanden, aber um diverse weitere Elemente angereichert ist. So kommen sowohl Gesang als auch Drums und E-Gitarre in ihren Tracks zum Zug, wobei die gesanglichen Passagen allerdings eher rar gesät sind. Das gereicht dem Album jedoch nicht zum Nachteil, denn die einzelnen Kompositionen drücken durch ihre musikalische Umsetzung bereits alles aus, was auch die Lyrics nicht besser hätten machen können. Celtica lassen also ihre Musik sprechen – und das funktioniert hervorragend.

Celtica (Copyright: Celtica)

Dies alles bringen sie in angenehmen Spielzeiten auf den Punkt. Ohne auf das Notwendige und Zündende zu verzichten, wird sich weder verkünstelt, noch wird Zeit verschwendet.

Etwas mehr Wumms hätte stellenweise jedoch der partiell eher dumpfe Sound vertragen können. Und obschon mit „1770 – Birth of a Giant“ eine ideenreiche und stimmungsvolle Verschmelzung der Mondscheinsonate mit der 5. Sinfonie und der vertonten Ode „An die Freude“ des Friedrich Schiller, der 9. Sinfonie von Beethoven, seinen Platz auf dem Silberling gefunden hat, hätte es derlei Ideen gerne mehr geben können.

Fazit

Denn der direkte Vorgänger von „Celtic Spirits“, das 2016er Album „Steamphonia“, sorgte bei uns für kritiklose Begeisterung. Die Erwartungen an das neue Werk waren daher entsprechend hoch. Doch obwohl der „Celtic Spirit“ gelungen über allem schwebt, der Pipes Rock seinem Namen hier mehr als gerecht wird und das aktuelle Werk durchaus seine Qualitäten besitzt, kann es mit der kreativen und innovativen Meisterleistung namens „Steamphonia“ trotzdem nicht ganz mithalten. So schrammt „Celtic Spirits“ nur haarscharf an der Höchstpunktzahl vorbei, weiß aber dennoch zu begeistern und eine breite Zielgruppe anzusprechen.

 

Video

Tracklist

01 Celtic Spirits
02 Jigging on the Rocks
03 Old Man of Storr
04 Back to the River
05 1770 – Birth of a Giant
06 The Rockin‘ Irish Duelt
07 When the Crown dazed the World
08 Ferrum Noricum
09 All Clans United
10 Granuaile
11 Time to Rise
12 Atholl Highlanders
13 Healing Tune

Details

Celtica – Homepage | Celtica – Facebook

Label: Stringdependent Records / Membran
Vö-Termin: 2020
Spielzeit: 49:05

Copyright Cover: Stringdependent Records



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde