Review

Für Celestial Wolves aus Belgien darf es ruhig etwas mehr sein als das übliche Spiel mit gegebenen Instrumenten. Sie wollen Energie, Melodien, die sich festsetzen, und Dynamik. Alles vereint im kommenden Album „Illusive Landscape Of Expression“, worauf die Truppe ihren progressiven Weg durch überschaubare sechs Songs und 40 Minuten Spielzeit beschreitet.

Wirkt „Illusive Landscape Of Expression“ mit langsamen Rhythmen und verträumten Riffs zu Beginn noch etwas schwerfällig, beginnt der eigentliche Spaß erst während des zweiten Songs „Jericho“. Denn sobald die Drums kicken, bleibt bei Celestial Wolves kein Auge mehr trocken. Trotzdem schafft es die Band, die harten Beats mit ihren überwiegend clean gespielten Gitarren effektvoll zu verbinden.

Dennoch muss man sagen, dass es auf der Platte auch eine Menge Durststrecken gibt, in denen der Sound nur so vor sich hin plätschert, ohne wirklich an Aussagekraft zu gewinnen. Die Melodien sind stets packend, keine Frage, aber auf Dauer dieses mühselige Tempo zu halten, wird dann doch zur Geduldsprobe.

Zum Glück tauchen dann aber regelmäßige Highlights wie „Aprés Moi Le Déluge“ auf, die Celestial Wolves Musik wieder auffrischen – mit einem leicht experimentellen Ansatz beginnend und einem nahtlosen Übergang zum melodischen Post-Rock. So werden die Gemüter abgekühlt. Zugleich (neben der durchweg guten musikalischen Leistung) ist eine hörbare Stärke auf „Illusive Landscape Of Expression“ die Art und Weise, wie die Strukturen auf dem Boden bleiben können und dennoch eine gewisse Verschiebung der Ebenen in Sachen Atmosphäre schaffen.

Und von dieser Atmosphäre leben Celestial Wolves. Mit ihr steht und fällt das gesamte Album. An so manchen Stellen bleibt sie aufgrund monotoner Parts leider auf der Strecke. Zum großen Teil jedoch explodiert die Band förmlich mit wechselnden Stilen, die sie in greifbare Melodien verpacken und mit dem gewissen Groove unterlegen.

Celestial Wolves (Copyright: Celestial Wolves)

Celestial Wolves (Copyright: Celestial Wolves)

In der Ruhe liegt nun mal bekanntlich die Kraft. Allerdings überzeugt man hier auch in den energetischeren Parts, besonders deswegen, weil sich eine Balance innerhalb des Sounds bildet. Man wird nicht von purer akustischer Gewalt erschlagen, sondern mit zugänglichen Riffs hineingelockt. Dennoch gilt auch hier die Devise, bitte etwas mehr Zeit für die Musik mitbringen.

Äußerst vielseitig zeigen sich Celestial Wolves auf ihrem Album, mit verschiedenen Schichten aus allerlei Richtungen, die sich passend aufeinanderlegen, um ein rundes Ganzes zu bilden. Zwar muss man sich in das Ganze erst mal selbst hineinfinden und die langatmigen Passagen passieren, hat man diese aber überwunden, steht dem Hörgenuss nichts weiter im Wege, zumal es sich hier auch noch um lobenswerte musikalische Fähigkeiten handelt.

Anspieltipps:
Aprés Moi Le Déluge / Jericho / Re-Entry / The Light

Trackliste

01 Alithia
02 Jericho
03 Rebellion Era
04 Re-Entry
05 Aprés Moi Le Déluge
06 The Light

Details

Celestial Wolves – Homepage
Celestial Wolves – Facebook

Label: Dunk!Records
Vö-Termin: 05.12.2015
Spielzeit: 41:51

Copyright Cover: Dunk!Records



Über den Autor

Christopher