Review

Drei Jahre nach „Slow Death“ lassen Carnifex mit „World War X“ ein neues Album folgen.

In den darauf befindlichen neun Songs legt die Band zu ihrem Deathcore eine Schippe Black Metal-Nuancen obendrauf. Klassische Breaks schmusen mit Humpa-Humpa-Scream-Bangern, sodass für den klassischen Carnifex-Fan alles vorhanden sein sollte, was das Herz begehrt. Eigentlich.

 Die Songs

Doch bereits der Opener und gleichzeitige Titeltrack „World War X“ entpuppt sich als kleine Nullnummer. Das integrierte Maschinengewehr-Geballer ist zwar – titelgemäß – zweckmäßig, überzeugt aber eher weniger. Immerhin wird es anschließend an dieses Intro epochaler – bis Scott Lewis gutturaler Gesang einsetzt. Durch mangelnde Power geht dieser soundtechnisch zu sehr unter. Immerhin besitzt der Track schließlich noch einen eingängigen Hauptteil, womit er auf „World War X“ allerdings ziemlich alleine dasteht. Stimmig wirkt der Song in dieser Gesamtzusammensetzung nicht.

In „Visions of the End“ ist dann schon etwas mehr Groove vorhanden. In Verbindung mit integrierten leichten Grusel-Samples kann der Song als moderner Deathcore durchaus durchgehen. Hier und da werden Assoziationen zu Thy Art Is Murder geweckt, deren Schaffen jedoch mehr wie aus einem Guss wirkt. Nichtsdestotrotz ist „Visions of the End“ der Groover der Platte.

Ihm steht auch „Eyes Of The Executioner“ in nichts nach. Derbe Blasts, fiese Metal-Riffs und ein moderner brachialer Sound passen hier zur Stimmung des Albums. Andere Songs können da leider nicht mithalten.

Kritik

Carnifex (Copyright: Shannon Brooke)

Abgesehen von den soeben genannten Ausnahmesongs dreht das Album „World War X“ seine Runden im Player, ohne dass etwas hängen bleibt. Selbst Gastauftritte wie jener von Alissa White-Gluz (Arch Enemy) in „No Light Shall Save Us“ können daran nichts ändern.
Eher belanglos wirken vielmehr Titel wie „Brushed By The Wings Of Demons“.

Den Sound betreffend gibt es hingegen nur wenig zu kritisieren. Sieht man von Scott Lewis‘ Stimme einmal ab, die mehr Kraft vertragen hätte, kommen alle Instrumente gut durch. Insbesondere der Drumsound passt perfekt.

Fazit

Doch passender Sound allein macht eine Platte noch nicht hörenswert. Durch eine vorherrschende Belanglosigkeit und den schwachen Gesang verpasst man hier nicht viel. Da geht deutlich mehr.

 

Video

Trackliste

01 World War X
02 Visions of the End
03 This Infernal Darkness
04 Eyes Of The Executioner
05 No Light Shall Save Us (feat. Alissa White-Gluz)
06 All Roads Lead To Hell (feat. Angel Vivaldi)
07 Brushed By The Wings Of Demons
08 Hail Hellfire
09 By Shadows Thine Held

Details

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Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 02.08.2019
Spielzeit: 35:04

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Marcus
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