Review

Carnifex aus Kalifornien stehen mit dem neuen Album „Slow Death“ in den Startlöchern.
Seit 2008 ist die Band eine feste Größe in der Deathcore-Szene und stand auf einer Stufe mit All Shall Perish und Suicide Silence. Zwischen 2011 und 2014 nahm man sich eine Auszeit, die dann doch nicht so lange andauerte, da man wieder Lust aufs Spielen hatte.

Und so geht es auf „Slow Death“ – wie schon auf „Die Without Hope“ – recht deathig zu. Ihren Deathcoregürtel haben sie etwas gelockert und auf dieser Schiene fahren sie ziemlich gut. Die Musik wirkt dadurch noch brutaler und energiegeladener. Die Breakdowns sind etwas atmosphärischer, nicht so flach und einfach gestrickt. Man setzt auf „Slow Death“ eher auf Tiefe und die richtige Stimmung. Für Carnifex ist das schon ein großer Schritt.

Der Opener „Dark Heart Ceremony“ dient mit Klaviersounds und bedrohlichem Einstieg zunächst als Intro, entpuppt sich dann aber als solider Starter mit viel Blasts und derben Gitarrenriffs. Frei nach dem Motto: „Die Gitarre ist noch nicht tief genug gestimmt!“ Unter 8 Saiten geht eben nichts.

Hier und da besitzt „Slow Death“ kleine melodische Parts, die den Tracks noch mal das i-Tüpfelchen verleihen. Das klingt im Gesamtbild wirklich gut und interessant. Hat man das Album jedoch durchgehört, bleibt kaum etwas hängen und das liegt schlicht und einfach an den völlig belanglosen und immer wiederkehrenden brutalo Death Metal-Riffs, die man schon so oft und in fast jeder Metal-Epoche gehört hat. Im Titeltrack „Slow Death“ gibt es immerhin noch ein wenig Black Metal Spirit, denn die Jungs mögen das.

Nun muss man die Kirche aber auch im Dorf lassen, denn „Slow Death“ gehört zu einer der vielfältigsten Platten der Band. Carnifex kombinieren Deathcore, Death Metal und melodischen Black Metal auf dem Longplayer und das eigentlich ganz gut.

So wird man in „Pale Ghost“ eingangs etwas poppig empfangen, bettet dies aber dann in einen sanften Death Metal-Teppich ein, der teilweise nach Black Dahlia Murder klingt.
Um das volle Black Metal-Brett abzubekommen, sollte man in „Black Candles Burning“ reinhören. Der Track zeigt, wozu die Jungs mit ihrem Stilmix imstande sind.
Wenn ein Anspieltipp genannt werden müsste, sei „Slow Death“ erwähnt, denn dieser Track klingt mal ein wenig anders und frisch.

Carnifex (Copyright: Carnifex)

Carnifex (Copyright: Carnifex)

Leider kränkeln Carnifex noch immer an Riffs, die sich zu häufig wiederholen, dass es unangenehm ist. Der Sound ist dagegen sehr förderlich für die Musik. So grandios und klar, wie die Studio-Videos einem verkaufen wollen, sind die Gitarren zwar nicht, aber dennoch haben sie Kraft und klingen nach Death Metal. Das Schlagzeug ist recht natürlich und nicht so übertriggert wie auf anderen Scheiben. Scott fehlt allerdings immer noch ein wenig Stärke in der Stimme. Bands wie Suicide Silence oder Whitechapel können hier deutlich mehr überzeugen.

Auch dieses Mal können Carnifex mit ihrem Album nicht alle Punkte der Wertung abholen. Ihr Stilmix kristallisiert sich so langsam heraus, weshalb man auf die nächsten Platten sehr gespannt sein kann. Riffkönige sind sie dennoch nicht und so verkommen viele Tracks im Nebel des Nonsens. Hier und da sind Lichtblicke zu erkennen, doch insgesamt reicht es nicht, um wirklich zu überzeugen.

Video

Trackliste

01 Dark Heart Ceremony
02 Slow Death
03 Drown Me In Blood
04 Pale Ghost
05 Black Candles Burning
06 Six Feet Closer To Hell
07 Necrotoxic
08 Life Fades To A Funeral
09 Countess Of The Crescent Moon
10 Servants To The Horde

Details

Carnifex – Homepage
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Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 05.08.2016
Spielzeit: 37:01

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Marcus
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