Review

Mittlerweile ein Trio schlägt Captain Capa erneut zu, zwar nur mit einer EP, dafür aber mit einem umso bissigeren Titel: „Death Of A Hydra“.
Bekannt für ihr Faible für elektronische Sounds von Synthpop bis Rave, aber auch für elektrische Gitarren, war es Intention der Band, auf der EP mehrere verschiedene Einflüsse unterzubringen. „Death Of A Hydra“ weist insgesamt nur drei Songs auf, die aufgrund dessen unterschiedlicher nicht sein könnten.

Weil wir heute so verrückt drauf sind, fangen wir auch nicht direkt von vorne an, sondern mittendrin. „Vipera“ verkörpert den typischen Indie-Pop; durch und durch mit warmen Synthi und einer clean gespielten E-Gitarre. Zudem mit den gleichen schmalzigen Lyrics wie „I’ve never felt this way before“ oder auch etwas ausdrucksstärker mit „Come on and fuck me back to life“. Aber immerhin gibt es vorher ein „Come on and kiss me back to life“, also wird wohl ein bisschen Romantik bewahrt.

Etwas extravaganter wird es nachfolgend mit „42 Summers“. Die elektronischen Beats sind zwar wieder vorhanden, aber darüber legen sich verzerrte Gitarrenriffs. So ein „Stilbruch“ ist für Captain Capa zwar nicht unüblich, wie man schon in Titeln wie „Faraday“ erleben durfte, allerdings klingt es dort verstärkt nach gutem Indie-Rock, während „42 Summers“ sich mehr zwischen Pop Punk und Post Hardcore bewegt. Damit wäre „42 Summers“ ein Song, den man von Bands wie His Statue Falls o.Ä. erwartet, deren Sound Captain Capa jedoch nicht unbedingt steht. Dennoch ist der Drum ’n‘ Bass Teil in den Versen ganz dynamisch.

Natürlich gehört auch dieser Titel zu dem großen Ganzen, die drei Songs anders klingen zu lassen. Und das hat die Band bis jetzt auch ganz gut hinbekommen. Alles klingt sehr ansprechend, aber leider auch nicht ganz so spektakulär. Was aber nur an einem kleinen Detail liegt. Und dieses Detail trägt den Namen „Haruka“.

Captain Capa (Copyright: Martin Ludewig)

Captain Capa (Copyright: Martin Ludewig)

Der Einstiegssong von „Death Of A Hydra“ setzt mit Abstand auf dieser EP deutliche Highlights und das schon zu Beginn des Songs mit atmosphärischen Melodien, die in eine leichte Rave-Passage übergehen. Danach wird in den Versen direkt losgelegt. Besonders catchy sind die verschieden gepitchten Stimmen, die rhythmisch aufeinander abgestimmt sind. Während der Bass pumpt und die elektrischen Gitarren groovig schrammen, wird man zum Refrain getragen. Eine Menge Synthesizer mit einer Hook, die man euphorisch mitsingt. Ein in sich absolut stimmiger Song.

Noch dazu einer, der die anderen beiden ein wenig weiter in den Schatten stellt. Natürlich wollten Captain Capa unter ihren Songs stark differenzieren, aber bei einer Anzahl von nur drei Titeln fällt so etwas deutlich stärker auf. Um jedoch fair zu bleiben: je öfter man sich „Vipera“ und „42 Summers“ anhört, desto mehr wächst man mit ihnen zusammen. Mit „42 Summers“ vielleicht etwas weniger, mit „Viper“ dafür auf jeden Fall.

Captain Capa haben ihr Ziel jedenfalls erreicht, keinen der Songs wie den davor klingen zu lassen, und zwar so, dass doch noch etwas von ihrem eigenen Stil durchkommt. Ok, es ist natürlich immer Geschmackssache, ob man die einzelnen Songs jetzt bevorzugt oder nicht, aber im Grunde hat man den poppigen „Vipera“, den Rebell „42 Summers“ und zu guter Letzt den super komponierten Titel „Haruka“. Alles in allem daher eine interessante EP, die Lust auf mehr macht. Definitiv zu empfehlen.

Video

Trackliste

01 Haruka
02 Vipera
03 42 Summers

Details

Captain Capa – Homepage
Captain Capa – Facebook

Label: Audiolith
Vö-Termin: 22.05.2015
Spielzeit: 12:33

Copyright Cover: Audiolith



Über den Autor

Christopher