Review

Ave Caesar, morituri te salutant. Das englische Quartett Caesars Rome hat sich aufgerafft, Songs geschrieben und sich vor das Mikrofon gestellt. Herausgekommen ist „Believers“, eine Platte durch dessen Adern allerlei Segmente des modernen Rock fließen. Und obwohl die zwölf Songs des Silberlings in kompletter Eigenregie produziert wurden, klingt alles rundum dick und sauber.

Noch mehr freut es einen dann noch, wenn die Titel dann auch noch Laune machen. Und das tun sie!
„Believers“ profitiert von der ausgezeichneten musikalischen Leistung der Jungs. Angefangen vom Zusammenspiel Bass und Gitarre, bis hin zur abwechslungsreichen Spielart des Schlagzeugers, der mehr als nur drauf schlagen kann.

Highlight des Albums ist natürlich der Gesang. Selten kann man so eine selbstbewusste und starke Stimme bewundern. Jeder Ton sitzt, ohne in zu hohe oder zu tiefe Töne abzuschweifen. Dies verleiht den Tracks den letzten Schliff.

Klar, die Themen, die auf „Believers“ aufgegriffen werden, sind alles andere als neu, aber die Band verpackt das Ganze sehr schön, sodass sich auch die ausgereizten Lyrics gut anhören.

Während Caesars Rome an geradlinigen Songstrukturen festhalten, sprich Akkord-Rhythmus mit Leadgitarre, zeigt sich dennoch auch stellenweise die Experimentierfreudigkeit der Band. Gut zu hören im Song „Traitors“, in dem eine schnelle dynamische Spielweise überrascht.

Was auf so rockigen Erzeugnissen natürlich nicht fehlen darf, sind die organisierten Ohrwürmer. Auch davon gibt es eine Menge. „Earth On Space“ beispielsweise hat diesen düsteren, drückenden Touch, der einen von erster Sekunde an fesselt. Hinzu kommt eine hypnotische Hook, die sofort nach dem ersten Durchgang im Kopf hängen bleibt.

„Sincerities“ ist gleichzustellen mit dem typischen Hymnen-Song einer Platte. Super rockig, melodisch und mit viel Druck lädt es mit Tränen in den Augen zum Mitsingen ein.

Auf der anderen Seite gibt es auch deutlich aggressivere Stücke wie „Haunt“. Mit schnellen Sliding-Riffs und groovigen Drums steigt der Adrenalinspiegel. Überhaupt weist „Believers“ ein paar schöne und abwechslungsreiche Riffs auf, sei es in verzerrter oder akustischer Version.

Caesars Rome (Copyright: Caesars Rome)

Caesars Rome (Copyright: Caesars Rome)

Einziges Manko der Platte: Die Band hält sehr stark an den üblichen Rock-Richtlinien fest. Intro – Verse – Bridge – Chorus usw.. Das ist an sich kein Problem, nur von Caesars Rome wünscht man sich doch etwas mehr Flexibilität. Natürlich kommen auch Rhythmuswechsel zutage, aber leider doch in geringem Maße. Außerdem klingen die Refrains von der Songstruktur auf Dauer alle gleich. Immer langgezogene Worte, die sich über die Akkorde verteilen, auch hier hätte man ruhig etwas variieren können.

„Believers“ taucht alles in ein Rot wie die untergehende Sonne und ist so kalt wie die schwärzesten Nächte. Die Platte löst im Hörer ein Gefühl der Hoffnung aus, nur um ihn dann wieder fallen zu lassen. Bildlich gesprochen.

Caesars Rome haben hier wortwörtlich etwas Großartiges und Wertvolles geschaffen. „Believers“ hört sich auch nach dem x-ten Durchgang immer noch keineswegs abgenutzt an. Bleibt nur abzuwarten, was die Jungs in Zukunft bringen werden. Die Messlatte wurde mit diesem Album jedenfalls schon einmal auf eine anständige Höhe gebracht.

Video

Tracklist

01 Braille
02 Stay Gold
03 Old World Continents
04 Stories Based On Science And Faith
05 Earth From Space
06 Haunt
07 Heavy Heart
08 Sincerities
09 Traitors
10 Things We Lost In The Fire
11 A Ghost In Our Lives
12 Believers

Details

Caesars Rome – Homepage
Caesars Rome – Facebook
Caesars Rome – Twitter

Label: Eigenvertrieb
Vö-Termin: 24.02.2014
Spielzeit: 52:25

Copyright Cover: Caesars Rome



Über den Autor

Christopher